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Kirchengeschichte und Reformation

Kirchengeschichte – Teil 2: Als die Welt die Kirche eroberte (400–1400 n. Chr.)

Notiz: Dieser Beitrag ist aus dem zweiten Vortrag von David Pawsons Reihe Geschichte der Kirche zusammengestellt (Teil 2: 400–1400 n. Chr.), etwa 69 Minuten lang. Wie in Teil 1 spe…

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Bei diesem Essay half AI bei Quellen, Fakten, Übersetzung und Redaktion; Argument und Schlussfolgerungen stammen vom Autor.

Gedankengang, Bedeutung und Schlussfolgerungen gehören dem Autor selbst. Welche Quellen vertrauenswürdig sind und wie sie zu verstehen sind, entscheidet der Autor, nicht die Werkzeuge.

AI-Werkzeuge wurden genutzt, um Quellen zu suchen, Aussagen mit ihnen abzugleichen, breit zum Thema zu lesen, den Text zwischen Englisch und Vietnamesisch zu übertragen und bei Grammatik, Klarheit und Satzrhythmus zu helfen.

Was sie fanden, war abzuwägendes Material, kein Urteil. Der Autor entschied, was dieser Essay sagen, auslassen und bedeuten sollte.

Der Essay erscheint unter dem Namen des Autors. Der Autor steht dafür ein, auch für alles, was sich darin als falsch erweist.

Kirchengeschichte – Teil 2: Als die Welt die Kirche eroberte (400–1400 n. Chr.)

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VietnamesischKirchengeschichte – Teil 2: Als die Welt die Kirche eroberte (400–1400 n. Chr.)

Notiz: Dieser Beitrag ist aus dem zweiten Vortrag von David Pawsons Reihe Geschichte der Kirche zusammengestellt (Teil 2: 400–1400 n. Chr.), etwa 69 Minuten lang. Wie in Teil 1 spekuliere ich nicht und beschönige auch nichts: Jedes wichtige Argument stammt direkt von Pawson. Wo ich etwas nachgeschlagen, mit Quellen verglichen oder ein Detail korrigiert habe, habe ich es als bernsteinfarbene Randnotiz in den Text eingewoben. Gerade weil dieser Teil einige der umstrittensten Abschnitte der Kirchengeschichte berührt, ziehe ich auch andere Historiker und Prediger heran, damit Sie mehr als eine Stimme hören.

Die unglücklichere Geschichte

Teil 1 erzählte, wie Die Kirche eroberte die Welt in den ersten vier Jahrhunderten: Sie gewann den physischen Kampf durch Leiden, den mentalen Kampf durch die Konfrontation mit der Häresie und den spirituellen Kampf durch Standhaftigkeit gegenüber anderen Religionen.

Pawson sagt, dass er letzte Woche einen wichtigen Punkt vergessen hat: Die Christen gewannen, weil sie länger lebten, klarer dachten und eher bereit waren zu sterben als alle anderen. Sie lebten länger, dachten klarer und waren eher bereit zu sterben als alle anderen – und deshalb überlebten sie alle anderen.

Aber heute Abend, sagt er, sei das Thema viel trauriger und viel ernster. Das Thema ist: wie die Welt die Kirche in den nächsten tausend Jahren eroberte.

Es gibt ein mittelalterliches Gemälde der Kirche als Rettungsboot. In einem tosenden Meer greifen die Christen im Boot nach den Ertrinkenden aus den Wellen. Es ist ein schönes Bild der Kirche: ein Rettungsboot, das als Antwort auf den Hilferuf in die Welt hinausfährt.

Aber Pawson hält bei einer Sache inne:

Das Rettungsboot muss im Meer sein. Aber wenn das Meer in das Rettungsboot gelangt, gibt es echte Probleme. Die Kirche muss in der Welt sein, wenn sie Seelen retten will. Aber wenn die Welt in die Kirche eindringt, ist sie am Ende und geht unter.

Die nächsten tausend Jahre sind die Geschichte davon, wie das Meer ins Boot steigt. Pawson gliedert sie in drei Kapitel: Die Welt begann bereits im frühen Zeitalter (100–400 n. Chr.) einzudringen; dann folgte das dunkle Zeitalter (400–1000 n. Chr.) und schließlich das Mittelalter (etwa 1000–1500), das uns bis ein oder zwei Jahre vor Martin Luther führt.

Das Bild vom Rettungsboot

Das Boot muss im Meer sein, aber das Meer darf nicht im Boot sein

Pawson beginnt mit einem mittelalterlichen Gemälde: die Kirche als Rettungsboot auf bewegter See, das sich ausstreckt, um Ertrinkende aus den Wellen zu ziehen.

Das Rettungsboot im Meer

Die Kirche ist in der Welt, um Seelen zu retten. Das ist ihr eigentlicher Auftrag.

Das Meer im Rettungsboot

Wenn die Welt in die Kirche eindringt, sinkt das Boot. Das ist die Geschichte von tausend Jahren.

„Die Kirche muss in der Welt sein, wenn sie Seelen retten will. Aber wenn die Welt in die Kirche eindringt, ist es vorbei und sie sinkt.“ — David Pawson

Die „Navicella“ (kleines Schiff): die Kirche als Boot des Petrus auf sturmbewegter See, während Christus die Sinkenden aus den Wellen zieht. Dieses Bild steht am Anfang von Pawsons zweitem Teil.
Die „Navicella“ (kleines Schiff): die Kirche als Boot des Petrus auf sturmbewegter See, während Christus die Sinkenden aus den Wellen zieht. Dieses Bild steht am Anfang von Pawsons zweitem Teil.Giotto di Bondone, Navicella (Original etwa 1305–1313; spätere Kopie). Gemeinfrei, Wikimedia Commons.

Eine Zeitlinie von tausend Jahren

400–1517 n. Chr.: vom Fall Roms bis Luther

Vier Strömungen durchziehen dieses Jahrtausend: Niedergang, der Aufstieg päpstlicher Macht, Stimmen des Protests und ein Zeitalter der Entdeckungen.

500600700800900100011001200130014001500Fall Roms — Barbaren plündern die Stadt410Augustinus beendet De civitate Dei426Benedikt gründet Monte Cassino529Gregor der Große wird Papst590Die Hidschra — der islamische Kalender beginnt622Synode von Whitby — England wird römisch664Schlacht von Tours — der Islam wird im Westen aufgehalten732Karl der Große wird zum Kaiser gekrönt800Das große Schisma zwischen Ost und West1054Canossa — der Kaiser kniet vor dem Papst1077Der Erste Kreuzzug wird ausgerufen1095Kreuzfahrer erobern Jerusalem1099Waldes und die Waldenser1173Hattin — Kreuzfahrer werden vernichtend geschlagen1187Der Albigenserkreuzzug1209Franziskus predigt dem Sultan1219Die päpstliche Inquisition beginnt1231Das Papsttum zieht nach Avignon1309Abendländisches Schisma — erst zwei, dann drei Päpste1378Wyclif — Morgenstern der Reformation1384Jan Hus wird in Konstanz verbrannt1415Fall Konstantinopels1453Gutenbergs Buchdruck1455Kolumbus erreicht Amerika1492Erasmus’ griechisches Neues Testament1516Luthers 95 Thesen1517
Niedergang
Päpstliche Macht
Protest / Zeugnis
Entdeckung

Einige Daten sind zur Klarheit vereinfacht; genaue Eckdaten werden in den bernsteinfarbenen Randnotizen des Essays überprüft.


Wie die Welt in die Kirche kam (n. Chr. 100–400)

Als es solche Märtyrer und Prediger gab und die Schlacht gewonnen war, wie drang die Welt in die Kirche ein? Pawson nennt vier Dinge, die begannen, die Kirche der Apostel zu verwässern.

Erstens, regionale Bischöfe. Im Neuen Testament hatte jede Gemeinde mehrere Bischöfe – auch Älteste oder Presbyter genannt –, die dasselbe Amt ausübten: geistliche Leitung. Dann kam eine Phase, in der jede Gemeinde ihre Bischöfe auf einen reduzierte. Danach herrschte ein Bischof über viele Gemeinden. Die Leitung konzentrierte sich in immer weniger Händen. Das findet man nicht im Neuen Testament; in den ersten hundert Jahren geschah es nicht, doch im zweiten Jahrhundert traten Männer mit beträchtlicher Macht und Einfluss hervor. Nicht viele Bischöfe in einer Gemeinde, sondern viele Gemeinden unter einem Bischof.

Zweitens: eine magische Sicht auf die Sakramente. Nehmen wir die Taufe. Statt ein äußeres Zeichen der geistlichen Reinigung von Sünden zu sein, die eintritt, wenn ein Mensch an Jesus glaubt, glaubte man, dass das Wasser und die richtige Formel einen Menschen unabhängig von seinem Alter von der Sünde retteten. Wenn man nach der Taufe sündigte, galt sie gewissermaßen als aufgehoben. Deshalb schoben manche die Taufe bis zum Sterbebett hinaus: Sie warteten, bis der Arzt sagte, dass es keine Hoffnung mehr gebe, und eilten dann zum Gemeindeleiter. Andere sorgten sich: Was, wenn unser Baby stirbt? Dann wollten sie seine Sünden lieber sofort abwaschen lassen. Beide Ansichten waren abergläubisch. Leider setzte sich die Kindertaufe durch. Auch das Abendmahl wurde magisch behandelt: Die Menschen begannen zu glauben, das Brot sei tatsächlich das Fleisch Christi und der Wein sein Blut. Da echtes Fleisch und Blut geopfert wurden, handelte es sich um ein Opfer; und weil es ein Opfer war, musste derjenige, der damit umging, ein Priester sein.

Drittens: etablierte Religion. Als der Kaiser Christ wurde, kann man sich vorstellen, dass ihm alle folgten. Als der Staat das Christentum zur offiziellen Religion erklärte, stiegen alle auf den Zug auf. Der Besuch der etablierten Kirche wurde modisch und respektabel. Pawson sagt deutlich: Eine etablierte Religion muss zwangsläufig ein modisches, respektables Christentum hervorbringen, und das kann er im Neuen Testament nicht finden.

Viertens: nominelle Mitgliedschaft. Ein Schriftsteller bemerkte am Ende des zweiten Jahrhunderts: Um das Jahr 50 bedeutete die Zugehörigkeit zur Kirche, dass jemand die Taufe und den Heiligen Geist empfangen und Jesus „Herr“ genannt hatte; aber um 180 herum bedeutete dies, dass eine Person die Glaubensregel (das Glaubensbekenntnis), den Kanon des Neuen Testaments und die Autorität der Bischöfe anerkannte. Mit anderen Worten: Menschen schlossen sich aus anderen Gründen an als dem Glauben an Jesus und dem Empfang seines Geistes. Es war jetzt eine Institution.

Und wann immer die Kirche einen Fehler machte, gab es Proteste. In den ersten 400 Jahren gab es zwei Bewegungen: Montanismus und Mönchtum. Beide protestierten gegen eine Kirche, die immer wohlhabender, weltlicher und voller Menschen wurde, die noch nie konvertiert waren.

Der Montanismus entstand in der Region, die heute zur Türkei gehört, genauer in Kleinasien. Ein Mann namens Montanus sah, dass bei Dutzenden von Gemeindegliedern keine Spur des Heiligen Geistes zu erkennen war, und suchte deshalb erneut nach dem Geist Gottes. Eine Erweckung brach aus. Die Gaben des Geistes kehrten in die Kirche zurück; Leben, Kraft und Wirklichkeit kehrten in den Gottesdienst zurück. Pawson sagt: Wenn man wissen will, wem sie heute am ehesten ähnelten, lautet die Antwort: den Pfingstlern. Sie betonten die Wiederkunft Christi und bestanden darauf, dass niemand ohne echten Glauben, Heiligkeit und Fasten Mitglied sein sollte. Die Bischöfe waren entschieden dagegen, und man kann sich vorstellen, warum.

Die Tragödie ist, dass diese erste Pfingstbewegung, wie so oft, schiefging. Es ging schief, weil diese Leute keinen Unterricht hatten. Sie wollten die Wärme ohne das Licht. Pawson sagt: Licht ohne Wärme ist kalt; Hitze ohne Licht ist zu heiß; man muss beides haben. Sie hörten nicht auf die Heilige Schrift, wenn es darum ging, wie man geistliche Gaben ausübt. Und die Bewegung verpuffte im Fanatismus. „Das ist eine Warnung, die jede Pfingsterweckung kennen muss“, sagt Pawson. „Wir können aus der Geschichte lernen.“

Der zweite Protest erfolgte auf ganz andere Weise. Einige Jahre später sagten einige Christen: Diese Kirche ist so weltlich, so tot, dass die einzige Hoffnung auf die Wiederherstellung des Christentums darin besteht, aus der Kirche und aus der Welt auszutreten.

Die ersten von ihnen gingen allein. Sie waren Einsiedler. Es ist eine der seltsamsten Geschichten. Antonius war der Erste: Er entschied, er müsse mitten in der Wüste leben, um ein echter Christ zu sein. Als er dort ankam, wollten sich andere Christen ihm anschließen, doch das wollte er nicht; vor allem stellte er fest, dass seine Versuchungen in einer Wüstenhöhle genauso weltlich waren wie in der Kirche. Es gab einen noch seltsameren Einsiedler, Simeon Stylites: Er baute eine etwa 18 Meter hohe Säule, deren Durchmesser oben etwa einen Meter betrug, und lebte dort jahrzehntelang. Er stand sogar ein Jahr lang auf einem Bein, um zu protestieren und zu erklären, dass das Christentum etwas Hartes und Zähes sei. Und da war er, oben auf der Säule, übersät mit Geschwüren und Würmern, in einem schrecklichen Zustand.

Erfolgreicher als die Einsiedler waren diejenigen, die Gemeinschaften gründeten. Der Mann, der diese Bewegung im Westen prägte, war Benedikt. Auf dem Monte Cassino, auf halbem Weg zwischen Rom und Neapel, versammelte er eine Gruppe von Christen, die sahen, dass die Kirche zu weltlich geworden war, und beschlossen, zusammenzuleben. Sie wollten nicht reich, sondern arm sein; nicht lüstern, sondern enthaltsam; nicht rebellisch, sondern gehorsam. Sie legten das dreifache Gelübde ab: Armut, Keuschheit und Gehorsam. Das Kloster wurde wie eine römische Soldatengarnison geführt.

Die Tragödie ist, dass dieser Protest genauso schiefging wie der andere. Christus wollte nie, dass wir das christliche Leben getrennt von allen anderen führen. Später waren diese Mönche, die mit einer guten Absicht begonnen hatten, so auf ihre eigene Erlösung fixiert und so introvertiert, dass sie von der Welt und der Kirche isoliert waren. Schlimmer noch, das Mönchtum brachte die Idee hervor, dass es zwei Arten von Christen gebe: solche zweiter Klasse, die heiraten, und solche erster Klasse, die nicht heiraten; solche zweiter Klasse, die in der Welt leben, und solche erster Klasse, die außerhalb von ihr leben. Aber das ist nicht die Lehre Jesu. Unser Herr war kein Mönch. Er zog sich nicht aus der Gesellschaft zurück; er lebte ein reines Leben in der Gesellschaft und forderte seine Jünger auf, in der Welt zu sein, ohne von ihr zu sein.

Beide sagten: Die Kirche ist nicht das, was Jesus Christus sich vorgestellt hat. Einer sagte, wir werden es wiederentdecken, indem wir wieder in den Geist zurückkehren. Der andere sagte, wir werden es wiederentdecken, indem wir die Welt und die Kirche verlassen. Beides scheiterte, weil sie nicht vollständig zum neutestamentlichen Christentum zurückkehrten.

Wie die Welt eindrang — 100–400 n. Chr.

Vier Risse und zwei Proteste

Selbst im Zeitalter des Sieges begannen vier Dinge, die Kirche der Apostel auszuhöhlen. Und jedes Mal, wenn etwas schiefging, erhoben sich Stimmen des Protests.

01

Regionale Bischöfe

Aus vielen Ältesten pro Gemeinde wurde ein Bischof über viele Gemeinden. Die Macht konzentrierte sich in wenigen Händen und ahmte Roms Statthalter nach.

02

Magische Sakramente

Die Taufe galt als rettend an sich, wurde deshalb bis zum Sterbebett aufgeschoben oder Säuglingen gegeben. Das Abendmahl galt als wörtliches Fleisch und Blut, ein Opfer, das einen Priester erforderte.

03

Staatsreligion

Als der Kaiser zur Kirche ging, gingen alle mit. Der Glaube wurde modisch und angesehen statt eine Hingabe zu sein.

04

Nominale Mitgliedschaft

Menschen traten aus anderen Gründen bei, als an Jesus zu glauben und den Geist zu empfangen. Die Kirche wurde zu einer Institution.

Zwei Proteste

Montanismus

Ein pfingstlerischer Protest

Er entdeckte den Geist und die Gaben neu und betonte die Wiederkunft Christi und die Heiligkeit. Doch er hatte „Eifer ohne Licht“, verweigerte sich der Lehre und brannte im Fanatismus aus.

Mönchtum

Ein Protest durch Rückzug

Es verließ Welt und Kirche, um das echte Christentum wiederzugewinnen. Doch es brachte Christen erster und zweiter Klasse hervor, und Christus hat uns nie aufgerufen, abgesondert von allen zu leben.

Beide Proteste waren aufrichtig, führten aber zu nichts, weil sie nicht vollständig zum neutestamentlichen Christentum zurückkehrten.

Der heilige Simeon Stylites lebte jahrzehntelang oben auf einer Säule — ein strenger Protest gegen eine Kirche, die reich und weltlich wurde.
Der heilige Simeon Stylites lebte jahrzehntelang oben auf einer Säule — ein strenger Protest gegen eine Kirche, die reich und weltlich wurde.Russische Ikone, 1465. Gemeinfrei, Wikimedia Commons.

Das dunkle Zeitalter: Der Untergang Roms (410 n. Chr.)

Jetzt beginnt die Geschichte erst richtig. Im Jahr 410 kam es zu einer Katastrophe. Barbaren aus dem Norden drängten auf die Stadt Rom zu. Die Vandalen kamen (von ihrem Namen stammt das Wort „Vandalismus“). Die Franken kamen, die Hunnen kamen, die Goten kamen. Diese Barbaren drangen in Rom ein und nahmen die Stadt ein. Das Rom jener Zeit fiel.

Die Römer verließen Großbritannien in diesem Jahr, um Rom zu verteidigen, konnten es aber nicht retten. Und sobald die Römer sich zurückzogen, stürmten die Jüten, die Angeln und die Sachsen nach Großbritannien und zerstörten das Christentum in England und im Südosten Schottlands. Das Christentum, das römische Soldaten in den ersten 400 Jahren hierher gebracht hatten, verschwand.

Es schien, dass der Fall Roms das Ende von allem bedeutete. Hieronymus schrieb in Bethlehem: „Die Menschheit ist in den Ruinen eingeschlossen.“ Die Menschen dachten, es sei das Ende der Zivilisation. Und es stellte die Kirche vor ein Rätsel: Rom hatte Jahrhunderte als heidnisches Reich überlebt, doch als christliches Reich brach es zusammen. Viele Christen konnten es nicht verstehen.

Aber ein Mann hatte gründlich darüber nachgedacht und eine unglaubliche Aussage gemacht. Er sagte: Es ist das Beste, was jemals passiert ist. Sein Name war Augustinus.


Augustinus: Ein ruheloses Herz, das seine Ruhe fand

Seine Bücher können Sie heute am Bahnhofsbuchstand kaufen. Und wenn ich Ihnen einige der Dinge erzähle, die dieser große Mann gesagt hat, werden Sie sie wiedererkennen. Er sagte: „Unsere Herzen sind ruhelos, und sie können keine Ruhe finden, bis sie ihre Ruhe in dir finden.“ Vielleicht das am häufigsten zitierte Gebet der Geschichte. Augustinus betete: „Gib mir Keuschheit, aber noch nicht.“ Und es war Augustinus, der sagte: „Liebe und tu, was dir gefällt.“

Er wurde in Nordafrika geboren. Als er als Student nach Karthago ging, geriet er in die falsche Runde. Bald hatte er eine Konkubine und einen Sohn mit ihr und lebte jahrelang in dieser illegalen Beziehung. Sein Vater war Heide, aber seine Mutter war eine fromme Frau, die jeden Tag unter Tränen für ihren eigensinnigen Sohn betete. Aufgrund seines brillanten Geistes wurde er später als Professor für Rhetorik nach Mailand berufen. Dorthin ging er, um die Predigt des heiligen Bischofs Ambrosius zu hören. Durch diese Predigt wurde der junge Mann mit dem brillanten Geist, aber dem verschwenderischen Leben, in eine tiefe Überzeugung der Sünde gebracht.

Dann, eines Tages, als er in einem Garten saß und über das Chaos, das er in seinem Leben angerichtet hatte, weinte, hörte er über der Gartenmauer eine Kinderstimme: „Tolle lege, tolle lege“ – „aufnehmen und lesen.“ Er wusste nie, wer das Kind war. Aber er sah eine Schriftrolle auf dem Sitz neben sich, nahm sie auf und las. Es war der Brief des Paulus an die Römer. Augustinus las den Text, und das Licht ging ihm auf. Als er danach auf die Straße ging, sah ihn die Frau, mit der er zusammengelebt hatte, und er rannte vor ihr davon. Sie rannte hinter ihm her und rief: „Augustine, ich bin es, ich bin es.“ Er antwortete über seine Schulter: „Aber ich bin es nicht, ich bin es nicht.“

Die ganze Geschichte seiner Bekehrung schrieb er in einem Buch mit dem Titel Bekenntnisse. Pawson sagt, Augustinus habe mehr Einfluss auf die Kirchengeschichte gehabt als jeder andere Mann nach dem Apostel Paulus.

Als Rom fiel und Augustinus im mittleren Alter war, schien die ganze Welt um ihn herum zusammenzubrechen. Er dachte darüber nach und schrieb dann das zweite großartige Buch, an das wir uns erinnern: Der Gottesstaat. Darin sagt er: Es ist gut, dass die heidnische Stadt Rom zusammengebrochen ist, denn nun kann die Stadt Gottes ihren Platz einnehmen; es ist gut, dass ein irdisches Reich zu Ende ist, denn nun kann das himmlische Reich errichtet werden. Das Buch brachte vielen Hoffnung und neues Leben und zeigte ihnen, dass Gottes Stadt noch bestand, als die Stadt der Menschen verschwunden war.

Aber das war das Problem. Die Leute begannen zu fragen: Was ist diese Stadt Gottes? Sichtbar oder unsichtbar? Irdisch oder himmlisch? Und an diesem Punkt führte Augustinus bei vielen zu einem Missverständnis. Das Bemerkenswerte ist, dass Jahrhunderte später, in der Reformation, die Protestanten sagten: „Wir folgen Augustinus“, und die Katholiken sagten: „Wir folgen Augustinus.“ Aber die Protestanten folgten dem ersten Buch, Bekenntnisse; und die Katholiken folgten dem zweiten Buch, Der Gottesstaat.

Daraus entwickelte sich Folgendes: Die Kirche sagte, wenn das so sei, dann sei sie jetzt das neue Reich.

Augustinus „nimmt und liest“ (tolle lege) den Römerbrief — der Augenblick seiner Bekehrung im Mailänder Garten.
Augustinus „nimmt und liest“ (tolle lege) den Römerbrief — der Augenblick seiner Bekehrung im Mailänder Garten.Benozzo Gozzoli, Fresko in San Gimignano, 1464–65. Gemeinfrei, Wikimedia Commons.

Die Kirche wird zum Imperium: Der Aufstieg des Papsttums

Eines der ersten Ergebnisse war der Aufstieg des Bischofs von Rom in eine kaiserähnliche Stellung. Damals gab es eine große Debatte über das Wort „Papst“, das im Wesentlichen „Vater“ bedeutet. Obwohl Jesus gesagt hatte, man solle niemanden auf Erden Vater nennen, denn im Himmel gibt es nur einen Vater, begannen die Menschen, den örtlichen Priester „Vater“ zu nennen. Dann nannten sie den regionalen Bischof „Vater“. Schließlich sagten die fünf großen Patriarchen: Wenn jemand Vater genannt werden soll, dann sollten wir fünf es sein. Und zuletzt sagte der Bischof von Rom: Die Stadt Rom ist verschwunden, aber ich bin jetzt der Kaiser; ich bin der Oberbischof, und von nun an nennt ihr nur mich Papst, nur mich Vater.

Und das Papsttum, wie wir es kennen, entstand. Das Auffällige ist, dass der Papst die Titel und sogar die Gewänder des römischen Kaisers übernahm. Er übernahm den Titel Pontifex Maximus, den Titel des römischen Kaisers. Augustinus wurde missverstanden und die Menschen dachten, die Kirche sei das neue Reich. Und ein Reich muss seinen Kaiser, seine Gewänder, seine Zeremonien, seinen Thron haben. So wurde die Kirche ein Imperium und der Papst wurde ein König.

Natürlich wollten viele Christen davon nichts wissen. Die Franzosen würden es nicht tun, die Iren würden es nicht tun, die Waliser würden es nicht tun, die Schotten würden es nicht tun. Leider taten es die Engländer.

Als die Kirche zum Imperium wurde

Die Leiter der Macht und der geschlossene Kreis

Die Leiter zum „Vater“

1↑

Der örtliche Priester wird „Vater“ genannt

2↑

Dann der regionale Bischof

3↑

Dann beanspruchen die fünf großen Patriarchen den Titel

4↑

Der Bischof von Rom: „Nennt nur MICH Papst“

5↑

Übernimmt die Titel und Gewänder des Kaisers (Pontifex Maximus)

„Nennt niemanden auf Erden euren Vater …“ ()

Der Kreis 410 → 800

410 — Das Römische Reich bricht zusammen

Die Kirche übernimmt und wird zum neuen „Imperium“

800 — Karl der Große wird zum Kaiser gekrönt

Das Imperium kehrt zurück — der Kreis schließt sich

Augustinus schrieb De civitate Dei, um eine zusammenbrechende Welt zu trösten; doch man missverstand es so, als sei die Kirche das neue Imperium — und ein Imperium brauche seinen Kaiser, seinen Thron und seine Gewänder.


Zwei Strömungen des Christentums treffen in Whitby aufeinander

Irland brachte durch St. Columba den Glauben nach Iona und Schottland und führte Schottland zu Christus. Dann kam Aidan auf die Insel Lindisfarne vor Northumberland. Pawson erinnert sich, wie er einige Monate zuvor auf Lindisfarne stand, bei den Ruinen von Aidans Kirche – auf der kleinen Insel, von der aus Aidan Northumberland evangelisierte. Dieses nichtpäpstliche, keltische Christentum kam von Norden über Irland und Schottland nach England.

Aber später sagte der Papst: Wir müssen England gewinnen, wir müssen diese Angeln gewinnen. Er machte das berühmte Wortspiel: Es seien keine Angeln, sondern Engel. Und er sandte einen Missionar namens Augustinus. Dieser Augustinus landete auf der Insel Thanet und ging dann nach Canterbury. Columba war auf der Insel Iona im Norden; Augustinus auf der Insel Thanet im Süden.

Die beiden Strömungen des Christentums trafen sich bei Whitby. Sie können immer noch die Ruinen über dem Hafen von Whitby sehen, wo sie sich trafen. Dort traf das päpstliche Christentum auf das keltische Christentum, um zu sehen, wer gewinnen würde. Die Tragödie ist, dass das päpstliche Christentum gewonnen hat. Die britischen Inseln gerieten unter die Herrschaft des Papstes. Schottland hat sogar seinen Schutzpatron in St. Andrew geändert. Die ganze Situation wurde verändert.

Zwei Ströme treffen sich in Whitby

Welchen Weg würde Britannien gehen? (Synode von Whitby, 664)

Keltisches Christentum

Irland → Iona (Columba) → Lindisfarne (Aidan) → Nordengland

Kein Papst. Einfach und missionarisch.

Römisches Christentum

Rom → Augustinus auf Thanet → Canterbury → der Süden

Dem Papst treu.

↘ ↙

Whitby, 664

Das römische Christentum siegte. Die Britischen Inseln kamen unter päpstliche Herrschaft. Pawson nennt es eine Tragödie; noch heute kann man zwischen den Ruinen über dem Hafen von Whitby stehen.

Schematisch, nicht maßstabsgetreu. Whitby fand 664 statt (Pawson sagt „660“).

Die Ruinen der Whitby Abbey, Schauplatz der Synode von Whitby im Jahr 664, als die Britischen Inseln römisch wurden. Pawson sagt, dass man noch heute zwischen diesen Ruinen stehen kann.
Die Ruinen der Whitby Abbey, Schauplatz der Synode von Whitby im Jahr 664, als die Britischen Inseln römisch wurden. Pawson sagt, dass man noch heute zwischen diesen Ruinen stehen kann.Photochrom-Druck, etwa 1890–1900, Library of Congress. Gemeinfrei, Wikimedia Commons.

Ost-West-Gefälle (1054)

Die andere große Gruppe von Christen, die das alles nicht wollte, waren die Kirchen im östlichen Mittelmeerraum: Griechenland, Kleinasien, Syrien und Ägypten. Sie sagten: Wir erkennen das nicht an. Dass es einen „Papa“, einen Vater der ganzen Kirche, geben sollte, steht nicht in der Heiligen Schrift, nicht im Neuen Testament. So kam es zu einer Trennung, die schließlich im Jahr 1054 vollzogen wurde. Diese Trennung hielt die östliche und die westliche Kirche tausend Jahre lang auseinander, und erst in jüngerer Zeit haben beide wieder begonnen, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Und hier ist eines der unglaublichsten Dinge. Um das Jahr 850 sagte der Papst: „Ich habe Dokumente aus dem ersten Jahrhundert entdeckt, die belegen, dass Petrus den ersten Papst ernannte, dieser den zweiten und so weiter.“ Heute weiß sogar die römische Kirche, dass es sich bei diesen Dokumenten um Fälschungen handelte; sie heißen die Pseudoisidorischen Dekretalen. Und doch wurde das Papsttum auf einer Fälschung aufgebaut. Es gab ein weiteres gefälschtes Dokument, die Konstantinische Schenkung, mit dem behauptet wurde, ganz Italien gehöre dem Papst. Der Papst berief sich auf diese Fälschung und sagte: „Da gehört mir ganz Italien.“ Auf einer solchen Grundlage beruhte das gesamte Bauwerk, wie heute sogar Rom weiß.

Das große Schisma, 1054

Eine Kirche, seit fast tausend Jahren in zwei Teile gespalten

Die fünf Patriarchate (die Pentarchie)

Rom (Westen)KonstantinopelAlexandriaAntiochiaJerusalem
1054Die historische Spaltung

Der Westen (lateinisch)

Rom — ein Papst über die ganze Kirche

• Vorrang des Papstes

• Fügte dem Glaubensbekenntnis „und dem Sohn“ (filioque) hinzu

• Ungesäuertes Brot

Lateinische Tradition

Der Osten (griechisch)

Konstantinopel + die Patriarchen — gleichrangig, kein einzelner „Papst“

• Fünf gleichrangige Patriarchen

• Das Glaubensbekenntnis blieb unverändert

• Gesäuertes Brot

Griechische Tradition

Die gegenseitigen Exkommunikationen von 1054 wurden erst 1965 gemeinsam von Papst Paul VI. und Patriarch Athenagoras aufgehoben — ungefähr zu der Zeit, als Pawson in den 1960er-Jahren von „den letzten zehn Jahren“ sprach.


Karl der Große und das Heilige Römische Reich (800 n. Chr.)

Die Macht breitete sich weiter aus, bis im Jahr 742 ein Mann mit einem Traum geboren wurde: das Römische Reich wiederherzustellen und es wieder auf die Landkarte zu bringen, mit sich selbst als Kaiser und dem Papst unter ihm. Sein Name war Karl der Große. Ein rücksichtsloser Mann, der sagte: Wir werden wieder ein Römisches Reich haben, und sein Oberhaupt wird nicht der Papst, sondern ein Kaiser sein.

Karl der Große rettete dem Papst zweimal das Leben: einmal vor den Barbaren, einmal vor der Menge in Rom, die wütend auf ihn war. Der Papst sagte: Du hast mir zweimal das Leben gerettet, was soll ich für dich tun? Karl antwortete: Kröne mich am Weihnachtstag zum Kaiser. Und im Jahr 800, am Weihnachtstag, krönte der Papst in der größten Kirche Roms beim Weihnachtsmorgengottesdienst den Frankenkönig Karl den Großen zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Tausend Jahre später existierte das Heilige Römische Reich noch immer.

Sie sehen, der Kreis schließt sich. Das Römische Reich brach im Jahr 410 zusammen. Die Kirche übernahm das Reich. Dann kam im Jahr 800 der Kaiser zurück und nahm der Kirche das Reich ab. Das Ganze schien dorthin zurückgekehrt zu sein, wo es begonnen hatte.

Karl der Große hat einige gute und einige schlechte Dinge getan. Unter den Guten: Er verbot dem Klerus, Konkubinen zu haben, Tavernen zu besuchen und auf die Jagd zu gehen; er gründete viele Schulen. Zu den Nachteilen gehört: Er verbot dem Klerus, jemals zu heiraten, und Pawson schreibt Karl dem Großen das zölibatäre Priestertum zu. Er prägte auch die Idee von Christenheit – dem Königreich, das unter dem Kaiser christlich sein würde. Diese Idee hält bis heute an.

Der Papst krönt Karl den Großen am Weihnachtstag 800; Kirche und Imperium werden eins.
Der Papst krönt Karl den Großen am Weihnachtstag 800; Kirche und Imperium werden eins.Raffael und Werkstatt, Stanzen des Vatikans, etwa 1516–17. Gemeinfrei, Wikimedia Commons.

Der Aufstieg des Islam

Weil die Kirche nun wohlhabend und mächtig war, wurde sie korrupt. Und wieder kam es zu Protesten, diesmal aus dem Osten und Norden. Aus dem Osten kam der Protest aus zwei Gründen. Der erste war der Islam.

Pawson nennt das das größte Urteil, das jemals über die christliche Kirche gefällt wurde. Er hatte in Arabien gelebt und etwas von dieser Religion gesehen. Mohammed wurde im Jahr 571 in Mekka, dem Zentrum des arabischen Götzendienstes und Aberglaubens, geboren. In der Mitte von Mekka befand sich ein großes quadratisches, schwarz verhülltes Gebäude, die Kaaba. In ihr befand sich ein heiliger Stein, ein vom Himmel gefallener Meteorit. Mohammed wuchs inmitten des Götzendienstes und des Aberglaubens der Araber auf und empörte sich darüber.

Dann wandte er sich zuerst an die Juden, dann an die Christen und fragte: Hast du die wahre Religion? Die Tragödie ist, dass Mohammed nie einen bekehrten Christen getroffen hat. Die Tragödie besteht darin, dass er nie das wahre Christentum des Neuen Testaments erkannte. Er sah nur die Gewänder der Priester, Bilder und Kruzifixe. Und er sagte: Das ist genauso götzendienerisch wie die Religion der Araber. Wenn Mohammed am Ende des sechsten Jahrhunderts nur einen wahren Christen getroffen hätte! Aber das tat er nicht.

Also sagte er: Richtig, ich werde eine neue Religion suchen, die rein ist. Er heiratete eine wohlhabende Witwe, verbrachte Jahre in der Wüste und sagte, dort sei ihm gesagt worden: Es gibt keinen Gott außer Allah, und Mohammed ist sein Prophet. Er begann dies zu predigen und schrieb in einem Buch nieder, was er in seinen Visionen hörte: den Koran (Al-Quran). Er wurde verfolgt und musste 622 nach Medina fliehen. Das ist das Datum, ab dem die Araber ihren Kalender rechnen. Er kehrte mit einer Armee nach Mekka zurück und führte die neue Religion ein. Von da an musste jeder in Richtung Mekka beten, und durch die guten Werke dieser Religion – Fasten, fünfmaliges Beten am Tag, Einhaltung des Ramadan, Pilgerfahrt nach Mekka und Almosen – konnte man in den Himmel gelangen. Und diese Religion wurde mit Waffengewalt aufgezwungen.

Der Islam fegte das Christentum aus dem Mittelmeerraum hinweg. Er fegte das Christentum von der nordafrikanischen Küste weg, wo es jahrhundertelang keine Kirche gab. Er fegte das Christentum aus dem Heiligen Land selbst, aus Jerusalem, aus dem Ort, an dem Jesus starb. Er fegte durch Spanien, durch Kleinasien und bis nach Frankreich, bis vor die Tore von Lyon, und nach Osteuropa bis nach Wien. Es schien, als würde der Islam das Christentum in einer gigantischen Zangenbewegung zerschlagen.

Es ist das größte Gericht, das Gott jemals über die christliche Kirche verhängen ließ. Und es war verdient. Aber bis jetzt und nicht weiter. Gott würde das Christentum nicht völlig auslöschen lassen.

Er hielt sie bei Lyon und Wien auf, und sie zogen sich auf ihre heutigen Grenzen zurück: die nordafrikanische Küste und bis zur Türkei.

Karte der dunklen Jahrhunderte

Zwei Fluten brechen über die christliche Welt herein (410–732 n. Chr.)

Orange Pfeile: Barbaren strömen nach Süden auf Rom zu. Grüne Pfeile: Der Islam zieht von Arabien aus über Nordafrika und Spanien bis nach Tours durch den Mittelmeerraum.

← aus ArabienRom (410)Tours (732)KonstantinopelJerusalemWien

Basiskarte: das Römische Reich (Wikimedia Commons, gemeinfrei). Die Pfeile zeigen schematische Vorrückrichtungen, keine genauen Routen. Wien markiert die spätere osmanische Grenze — Pawson fasst fast tausend Jahre Grenzverlauf in einer Zange zusammen.


Versteckte Zeugen im Dunkeln

Denn damals gab es in ganz Europa kleine Gruppen von Christen, die sich um das Wort Gottes versammelten. Sie sahen, dass die offizielle Kirche korrupt war, also trafen sie sich einfach in kleinen Gruppen, lasen dieses Buch und sagten: Wir werden Gott in Einfachheit anbeten. Wir brauchen keine Priester, denn wir haben Jesus, unseren Hohepriester. Wir brauchen keinen Papst, denn wir haben einen Vater im Himmel. Wir brauchen nur das Wort Gottes und den Heiligen Geist.

Wir wissen kaum etwas über sie, weil sie so stark verfolgt wurden, dass sogar die Aufzeichnungen ihrer Geschichte vernichtet wurden. Pawson fragt seine Zuhörer, ob jemand jemals von einer Gruppe namens Bogomilen gehört hat. Es handelte sich um eine Gruppe, die sich rund um das Wort Gottes traf, hauptsächlich in Bulgarien und Bosnien. Das Wort „Bogomil“, sagt Pawson, sei bulgarisch und bedeute „Freunde Gottes“. Es gab die Paulizianer, die sich in Armenien, Thrakien und Kleinasien trafen. Es gab die Katharer, ein Name, der „die Reinen“ bedeutet und dieselbe Wurzel wie das spätere Wort „Puritaner“ hat. Sie trafen sich auf dem Balkan und in ganz Europa.

Pawson gesteht: In seiner Einfachheit dachte er, dass es tausend Jahre lang nur die römische Kirche und die Ostkirchen gegeben habe. Das stimmt nicht. Er war begeistert, als er entdeckte, dass es im Laufe dieser Jahrhunderte eine kontinuierliche Schar einfacher Christen gab, die sich in örtlichen Kirchen zum Wort Gottes trafen. Sie bezahlten es mit ihrem Leben, aber sie trafen sich und die Flamme des Glaubens blieb für die kommenden Generationen am Brennen.


Das Mittelalter: Hildebrand stellt den Papst über alles

Nun kommen wir zum letzten Kapitel, vom Jahr 1000 bis 1500, das Mittelalter genannt wird, weil es zwischen dem dunklen Zeitalter und der Moderne liegt.

Der erste Mann, von dem man spricht, ist Hildebrand. Dieser Mönch wurde Papst und es gefiel ihm nicht, Nummer zwei zu sein. Inzwischen gab es ein wiederhergestelltes Römisches Reich mit einem neuen Kaiser, aber der Papst war die Nummer zwei. Hildebrand entschied, dass der Papst die Nummer eins sein sollte, und setzte sich durch. Er hat viele gute Dinge getan: Er bekämpfte die Simonie, also den Kauf kirchlicher Ämter. Aber er tat es, weil er glaubte, dass der Papst alles kontrollieren sollte, auch die Könige.

Der Konflikt zwischen Hildebrand und Kaiser Heinrich IV wurde auf höchst dramatische und schreckliche Weise geklärt. Heinrich IV. widersetzte sich Hildebrand und sagte: „Ich bin die Nummer eins.“ Hildebrand antwortete: Das bist du nicht. Lass das Volk entscheiden. Und die Leute entschieden, dass Hildebrand es war. Oben in den Alpen traf der Papst auf Kaiser Heinrich IV., der aus dem Norden kam. Der Papst befand sich in einem Berghaus und ließ Kaiser Heinrich IV. drei Tage lang barfuß draußen im Schnee warten, bevor er mit ihm sprechen würde. Damit drängte Hildebrand den Kaiser entschieden in die untergeordnete Rolle.

Von da an war der Papst für die nächsten 500 Jahre die einflussreichste Persönlichkeit und das Papsttum war die Macht, die die westliche Welt kontrollierte. Die Kirche war wieder das Reich. Es war dieser Papst, der das Symbol der gekreuzten Schlüssel des heiligen Petrus begründete: Ein Schlüssel ist die Autorität der heiligen Macht über die Kirche, der andere die Autorität der weltlichen Macht über den Staat. Diese gekreuzten Schlüssel sind Hildebrands Anspruch: Platzhirsch über Kirche und Staat zu sein.

Die gekreuzten Schlüssel des heiligen Petrus, Emblem des Heiligen Stuhls: einer aus Gold, einer aus Silber, zum Binden und Lösen.
Die gekreuzten Schlüssel des heiligen Petrus, Emblem des Heiligen Stuhls: einer aus Gold, einer aus Silber, zum Binden und Lösen.Wappen des Heiligen Stuhls (moderne SVG-Darstellung). Gemeinfrei, Wikimedia Commons.

Die Kreuzzüge: Als die Kirche das Schwert ergriff

Dadurch stand der Kirche die Macht der Armeen zur Verfügung. Und weil Hildebrand so dachte, begann er, Gewalt anzuwenden, um das Reich Christi zu errichten. Nie wurde ein größerer Fehler begangen. Das erste Ergebnis der Idee, dass Gewalt für die Kirche gültig sei, waren acht Kreuzzüge ins Heilige Land.

Mittlerweile befanden sich die heiligen Stätten, Jerusalem und andere, in den Händen der Muslime, der Sarazenen und der Türken. Der Papst beschloss, dass die Kirche sich ihren Weg erkämpfen und das Heilige Land für Christus erobern würde. Der Erste Kreuzzug begann im Jahr 1095. Es war Hildebrands Idee, aber er starb, bevor sie umgesetzt werden konnte. Die Menschen trugen ein Kreuz auf der Schulter; daraus entstand das Wort Kreuzzug.

Der Erste Kreuzzug wurde von einem ungepflegten, fanatischen Prediger namens Peter dem Einsiedler zusammengebracht. Er machte sich mit 600.000 Männern auf den Weg, und nur ein Zehntel kam an; die meisten starben im Hochgebirge der Türkei. Aber sie kamen dort an und nahmen Jerusalem ein. Sie plünderten die Stadt, vergewaltigten die Frauen und errichteten in Jerusalem durch das Abschlachten aller Sarazenen der Stadt die sogenannte Herrschaft Christi. Ist das christlich? Sie sagen sofort: natürlich nicht. Aber bedenken Sie: Sie waren irregeführt. Tausende hielten dies für das, was die Kirche sein sollte – ein irdisches Reich, das sich mit Gewalt durchsetzt.

Natürlich gab es Anreize. Den Menschen wurde Absolution versprochen, wenn sie für Christus kämpften; Ablässe sollten ihnen Jahre im Fegefeuer ersparen, Schulden wurden per Gesetz erlassen und Kriminelle begnadigt, wenn sie das Gefängnis verließen, um zu kämpfen. Sie können sich die bunte Truppe vorstellen, die daraus entstand. König Philipp von Frankreich war darin verwickelt, ebenso König Richard Löwenherz von England. Achtmal machten sie sich auf den Weg. Einer war ein Kinderkreuzzug: 2.000 Kinder zogen quer durch Europa, um Palästina für Jesus zurückzugewinnen. Keines von ihnen kam an. Der Papst sagte, Engel würden auf wundersame Weise für Nahrung sorgen; doch das Essen kam nie und die Engel erschienen nie.

Der letzte Kreuzzug war ein völliger Misserfolg. Bei dem flachen Berg der Hörner von Hattin verdurstete die letzte Kreuzfahrerarmee, von den Sarazenen belagert. Und im Jahr 1270 atmete Europa erleichtert auf, als der Papst die ganze Sache abblies.

Es ist eine der traurigsten Geschichten in der Geschichte der Kirche. Es hat nichts gebracht. Nichts. Und tatsächlich hat es schlimmer als nichts bewirkt.

Die acht Kreuzzüge

Als die Kirche statt der Liebe zum Schwert griff (1095–1291)

Hildebrand glaubte, Gewalt könne das Reich Christi errichten. „Nie wurde ein größerer Fehler gemacht“, sagt Pawson.

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Volkskreuzzug · 1096

Peter der Eremit führt einen Mob an; die meisten sterben in den Bergen Kleinasiens.

I

Erster Kreuzzug · 1095–99

Erobert Jerusalem (1099) und massakriert seine Bewohner. Der einzige „Erfolg“.

II

Zweiter Kreuzzug · 1147–49

Von Bernhard von Clairvaux gepredigt; scheitert.

III

Dritter Kreuzzug · 1189–92

Richard Löwenherz gegen Saladin; Jerusalem wird nicht zurückerobert.

IV

Vierter Kreuzzug · 1202–04

Wendet sich zur Plünderung Konstantinopels — Christen gegen Christen.

Kinderkreuzzug · 1212

Ein Zug von Kindern; kein einziges erreicht das Heilige Land.

V–VII

Spätere Kreuzzüge · 1217–54

Scheitern um Scheitern, darunter die beiden Feldzüge König Ludwigs IX.

Hattin und der Zusammenbruch · 1187 / 1291

Bei den Hörnern von Hattin (1187) vernichtend geschlagen; Akkon, die letzte Bastion, fällt 1291.

Die Anreize zum Aufbruch

Absolution von SündenAblässe — Jahre im Fegefeuer erlassenSchulden erlassenBegnadigung für Verbrecher

1270 sagte der Papst ihn ab. „Er bewirkte nichts. Nichts. Und tatsächlich bewirkte er Schlimmeres als nichts.“ — David Pawson

Die Kreuzfahrer erobern Jerusalem am 15. Juli 1099 und schlachten anschließend seine Bewohner ab; eine Miniatur aus der Chronik Wilhelms von Tyrus.
Die Kreuzfahrer erobern Jerusalem am 15. Juli 1099 und schlachten anschließend seine Bewohner ab; eine Miniatur aus der Chronik Wilhelms von Tyrus.Französische Manuskriptminiatur, 14. Jahrhundert. Gemeinfrei, Wikimedia Commons.

Die Inquisition, zwei oder drei Päpste und die Korruption

Statt Gewalt außerhalb der Kirche anzuwenden, beschloss der Papst nun, Gewalt innerhalb der Kirche anzuwenden, und eröffnete damit ein weiteres schreckliches Kapitel: die Inquisition. Pawson sagt, er traue sich nicht, die Dinge zu beschreiben, die im Namen Christi getan wurden. Die Bischöfe weigerten sich, diese Maschinerie der Grausamkeit, Bosheit und des Misstrauens zu betreiben; aber die Dominikaner nahmen es auf. Und viele Jahre lang lebten unzählige Menschen durch diese schreckliche Sache in Todesangst.

Was von Anfang an falsch war, war Folgendes: Die Kirche betrachtete sich selbst als ein irdisches Reich, dem es erlaubt war, Gewalt anzuwenden, um die Sache Christi durchzusetzen. Wir wissen jetzt, dass dies nicht der richtige Weg ist. Die Kirche darf keine Gewalt anwenden außer Liebe, und darf niemanden zwingen, Christus anzunehmen, außer durch Liebe und durch die Verkündigung des Evangeliums.

Und diese Art von Korruption kehrt sich bald in sich selbst um. Macht neigt dazu, zu korrumpieren, sagte Lord Acton, und absolute Macht neigt dazu, absolut zu korrumpieren. Bald kämpften zwei Päpste um den Thron, dann drei. Es gab einen Papst in Avignon, einen Papst in Rom. Wer war jetzt Papst? Es gelang ihnen, das Papsttum wieder zusammenzubringen, doch dann breitete sich die Korruption weiter aus: Die Klöster wurden korrupt und zu reich, die Bischöfe zu mächtig, die Pfarreien korrupt.

Und die Praktiken der gewöhnlichen christlichen Religion wurden korrupt. Es gab Gebete zu Maria, obwohl uns nie gesagt wurde, wir sollten zu Maria beten; Sie ist ein Mensch wie der Rest von uns. Es gab Gebete für die Toten, Gebete an die Heiligen. Es gab die Lehre, die die größte Angst hervorrief: das Fegefeuer, wie viele Jahre des Leidens nach dem Tod. Es gab die Lehre von der Messe als Opfer. Es gab eine Beichte vor einem Priester. Es gab Ablässe, so dass man sich für eine gewisse Geldsumme so viele Jahre vom Fegefeuer erkaufen konnte. Es gab Wallfahrten. Es gab die Verehrung von Reliquien. Es gab Bilder im Gottesdienst. Im Neuen Testament steht davon nichts.

Die mittelalterlichen Zusätze

„Nicht ein einziges Stück davon steht im Neuen Testament“

Eine Praxis nach der anderen wurde im Lauf der Jahrhunderte hinzugefügt. Die rechte Spalte nennt das ungefähre Datum, an dem sie offiziell wurde oder formell definiert war.

PraxisOffiziell gemacht
Kindertaufeum 200–400
Gebete für die Totenab etwa 200
Priestertum; das Abendmahl als Opferum 200–400
Gebete zu den Heiligenab etwa 300
Verehrung und Gebet zu Mariaab etwa 400
Bilder im Gottesdienst787 (Nicäa II.)
Private Beichte bei einem Priesterab etwa 600 / 1215
Transsubstantiation1215 (Lateran IV.)
Fegefeuer1274 / 1439
Ablässe1095+ / 1343
Pilgerfahrten und Reliquienab etwa 300

Die Daten sind ungefähr: Vieles begann als Brauch und wurde erst später auf Konzilien definiert (z. B. Lateran IV 1215, Florenz 1439). Dies ist Pawsons protestantische Lesart; die Perspektiven von Katholiken und Orthodoxen finden sich im Kasten „Andere Stimmen“.


Der Grundfehler: Die Kirche dachte, sie sei Christus

Was war also der grundlegende Fehler hinter all dem? Wenn Sie das meiste von dem, was ich heute Abend gesagt habe, vergessen haben, ist dies wichtig. Ich werde Ihnen in einem Satz sagen, was falsch war:

Die Kirche begann zu glauben, sie sei Christus. Und das tut sie immer noch.

Pawson erzählt, wie er einen führenden Priester fragte: Stimmt das immer noch? Er antwortete: Ja, und es wird sich nicht ändern. Pawson sagte: „Mein einziges Problem ist, dass ich nicht glaube, dass die Kirche Christus ist, und ich glaube nicht, dass sie Prophet, Priester und König ist.“ Ich glaube, dass Jesus es ist. Die Kirche ist nicht unser Prophet, unser Priester oder unser König. Und der Priester antwortete offenherzig: Darüber werden wir nicht diskutieren, denn es wird sich nie ändern.

Das ist der Grundfehler. Wenn ich glaube, dass ich der Prophet der Welt bin, kann ich der Welt sagen, was sie glauben soll, und unfehlbar verkünden, was wahr ist. Wenn ich der Weltpriester bin, kann ich sagen: Du musst zu meinen Sakramenten kommen, du musst zu mir beichten, wenn du jemals gerettet werden willst. Und wenn ich denke, dass ich der König der Welt bin, werde ich meine Autorität so weit wie möglich ausbauen.

Es ist eine Verwechslung zwischen dem Oberhaupt und dem Körper der Kirche. Der Kopf ist göttlich; der Körper ist menschlich. Es ist Christus, der das Haupt ist, und er ist Prophet, Priester und König. Die Kirche ist es nicht. Das ist der grundlegende Unterschied zwischen Protestantismus und Katholizismus, und er ist heute so groß wie eh und je. Christus sagte: Ich werde meine Kirche bauen. Er hat nicht gesagt: Du baust es. Und Christus ist das Oberhaupt der Kirche; Niemand sonst ist das Oberhaupt, und niemand sonst darf es sein.

Der grundlegende Fehler

Die Kirche begann zu denken, sie sei Christus

Wenn du alles andere in diesem Essay vergisst, sagt Pawson, dann behalte dies: Jede Verzerrung entspringt einer Verwechslung — zwischen dem Haupt und dem Leib.

Das Haupt — göttlich

Christus

Er allein ist Prophet, Priester und König

Der Leib — menschlich

Die Kirche

Ein Leib, der dem Haupt gehorcht und es nie ersetzt

Prophet

derjenige, der der Welt die Wahrheit verkündet

Priester

derjenige, der Menschen mit Gott verbindet

König

derjenige, der herrscht und Autorität begründet

Wenn der Leib denkt, er sei das Haupt

„Wenn ich der Prophet der Welt bin, kann ich der Welt sagen, was sie glauben soll. Wenn ich ihr Priester bin, müsst ihr zu meinen Sakramenten kommen. Wenn ich ihr König bin, werde ich meine Autorität so weit wie möglich ausüben.“ Darin liegt die Wurzel von allem.

„Die Herrschaft liegt auf seiner Schulter.“ () Christus ist das Haupt, und niemand sonst darf es sein.


Die Stimmen des Protests im Mittelalter

Aber Pawson freut sich, sagen zu können, dass es im gesamten Mittelalter, von 1000 bis 1500, immer Menschen gab, die sagten: Das ist nicht wahr, das ist nicht das Christentum, das ist nicht das, was Jesus meinte. Es tauchten wieder kleine Gruppen auf, die alle möglichen Namen der Orte trugen, an denen sie lebten.

Es gab die Beghards aus den Niederlanden, einfache Menschen, die sich um die Heilige Schrift versammelten und sagten: Christus ist das Oberhaupt unserer Kirche. Es gab die Waldenser, benannt nach dem Waldensertal; sie glaubten, dass die Heilige Schrift ihnen zeigte, was Jesus mit der Kirche meinte. Man muss ihnen zugute halten, dass sie zum Papst gingen und fragten: „Das sehen wir. Könnten wir als gültiger Teil der Kirche anerkannt werden, wenn wir diese Heilige Schrift praktizieren?“ Hätten sie mehr tun können? Sie wollten in der römischen Kirche bleiben, aber der Heiligen Schrift folgen. Der Papst sagte: Nein, wenn du tust, was du vorhast, werden wir dich verfolgen. Und sie wurden verfolgt und flohen von einem Tal ins andere.

Die nächste Gruppe waren die Albigensen aus Südfrankreich. Auch sie lasen die Heilige Schrift und erkannten, wie die Kirche sein sollte. Leider richtete sich die blutigste Kampagne, die das Papsttum je gestartet hatte, gegen sie. Der Papst schickte zwei spanische Adlige, um sie zu töten. Sie kehrten jedoch zurück und sagten: Das sind gute Christen, keine Verbrecher. Sie kämpfen nicht gegen dich, sondern wollen in der Kirche bleiben und ihr Verständnis der Heiligen Schrift leben. Einer von ihnen, Dominikus, sagte: Wir werden dieses Anliegen in die Kirche hineintragen. So gründeten sie die Dominikaner – eine Art albigenische Bewegung innerhalb der Kirche. Tragischerweise korrumpierte sich der Dominikanerorden später so sehr, dass er bereit war, die Inquisition zu leiten. Es gab auch die Brüder vom gemeinsamen Leben in Deutschland. Alle diese Gruppen standen außerhalb der römisch-katholischen Hierarchie, gründeten ihren Glauben auf der Bibel in der Volkssprache und wurden bis in den Tod verfolgt. Die wahre Kirche ist immer verfolgt worden.

Unter denen innerhalb der Kirche, die dies auch sahen, befanden sich Menschen, die sich zurückzogen und den Glauben privat vertraten. Einer war Bernhard von Clairvaux. Ein sehr ernster junger Mann, der in seiner Jugend eine richtige Diebesbande angeführt hatte. Nach zwei Jahren als Kriegsgefangener in Italien kam er zur Besinnung und erkannte, dass er sein Leben vergeudete. Als Sohn eines französischen Barons gab er seinen Reichtum auf und zog sich mit zwölf Freunden in ein von Räubern erfülltes Tal zurück. Dort lebte er von gekochten Buchenblättern und Kräutern, in bitterer Armut; jeden Morgen um zwei Uhr weckte er seine Freunde zum Gebet, ließ sie bis acht Uhr abends arbeiten, und sie gründeten eine Gemeinschaft im Tal von Clairvaux.

Bernhard wurde zu einem der mächtigsten Christen Europas, ohne Amt, ohne Geld, ohne jegliche materielle oder psychologische Kraft. Er wurde der „Papstmacher“ genannt. Privat liebte er Jesus; Martin Luther sagte, dass er von allen Mönchen und Priestern der Geschichte Bernhard von Clairvaux am meisten schätzte. Aber in der Öffentlichkeit fühlte er sich verpflichtet, das Papsttum zu unterstützen. Jemand hat klugerweise gesagt, er habe die Reformation um mindestens zwei Jahrhunderte zurückgeworfen.

Der andere Mann, fast ein Zeitgenosse, war es Franziskus, geboren in der kleinen Stadt Assisi. Franziskus wurde mit der Wirklichkeit des Lebens konfrontiert, als er auf der Straße einem Aussätzigen begegnete. Er ging auf der anderen Seite an dem Aussätzigen vorbei. Doch im Vorbeigehen fragte er sich: Was für ein Mensch bin ich, dass ich mich von einem Mitmenschen abwende? Er ging zurück und küsste den Aussätzigen. Von da an begann Franziskus, das Leben ernst zu nehmen. Er suchte Christus und er fand ihn. Er versammelte eine Gruppe von Freunden um sich, die zu zweit in völliger Armut loszogen, um das Evangelium zu predigen und Menschen für Christus zu gewinnen.

Obwohl Franziskus vor allem wegen seines Umgangs mit Tieren und Vögeln und seiner einzigartigen Liebe zur Natur in Erinnerung bleibt, sagt Pawson, sollte man sich aus einem anderen Grund an ihn erinnern: Er war der erste Missionar unter Muslimen. Er riskierte sein Leben und ging selbst zum Sultan, um dem Oberhaupt der Muslime das Evangelium Jesu zu verkünden. Statt mit 600.000 Soldaten gegen sie zu kämpfen, ging Franziskus allein in Armut, um die Liebe Jesu zu predigen. Er war der erste und über viele Jahrhunderte der letzte Missionar unter den arabischen Muslimen, bis Raymond Lull kam. Die Anhänger des Franziskus trugen graue Gewänder und wurden deshalb Greyfriars genannt; die Dominikaner trugen Schwarz und wurden Blackfriars genannt. Beide versuchten, das einfache christliche Leben in die Kirche zurückzubringen, scheiterten jedoch und korrumpierten sich: Die Franziskaner wurden zu professionellen Bettlern, die Dominikaner leiteten die Inquisition.

Der heilige Franziskus vor Sultan al-Kamil, 1219: Er geht allein in Armut, um das Evangelium zu predigen, statt mit einem Kreuzfahrerheer.
Der heilige Franziskus vor Sultan al-Kamil, 1219: Er geht allein in Armut, um das Evangelium zu predigen, statt mit einem Kreuzfahrerheer.Giotto und Werkstatt zugeschrieben, Basilika von Assisi, etwa 1297–1300. Gemeinfrei, Wikimedia Commons.

Die ganze Situation verlangte danach, dass ein Mann die Wahrheit so aussprach, dass jeder sie hören und verstehen konnte. Arnold von Brescia begann um 1150 mit der Forderung, Reichtum und weltliche Macht sollten nicht in den Händen der Kirche liegen. Bernhard von Clairvaux widersetzte sich ihm jedoch und brachte ihn zum Schweigen. Dann kam Marsilius von Padua, ein Arzt, der seine Bibel las und sagte: Die Bibel ist der Maßstab der Kirche und niemand sonst; Bischöfe und Päpste sind menschliche Erfindungen. Auch er wurde zum Schweigen gebracht. Ein Engländer und Professor an der Universität Paris, Wilhelm von Ockham, erhob ebenfalls seine Stimme – und wurde zum Schweigen gebracht.

Schließlich wurde ein Mann aus Yorkshire zu dem, den man Morgenstern der Reformation nennt. Der Morgenstern ist der Stern, den man noch sehen kann, wenn die Sonne aufgeht. Dieser Morgenstern der Reformation kam als brillanter Student nach Oxford, wurde dort Professor, reiste viel und erhielt den Spitznamen Doktor Evangelicus. Sein Name: John Wycliffe.

Dieser Mann entdeckte die Bibel vielleicht mehr als jeder andere vor Martin Luther neu. Er protestierte gegen päpstliche Übergriffe; fünf Dekrete, sogenannte Bullen, wurden gegen ihn erlassen, und er wurde in Canterbury vor Gericht gestellt. Doch er wandte sich an die Heilige Schrift als das einzige Gesetz der Kirche und sagte: Ich werde diese Bibel aus dem Lateinischen ins Englische übersetzen; ich werde dafür sorgen, dass die Pflüger dieses Buch kennen. Wycliffe arbeitete an der Übersetzung, weil er wusste, dass die einfachen Menschen durch die Bibel eine Antwort auf die Korruption der Kirche erhalten würden. Er versammelte Prediger um sich, die durch die Dörfer zogen, auf Marktplätzen das Evangelium verkündeten und sangen. Die Leute verspotteten sie als Schlafliedsänger und nannten sie Lollarden.

Gehen Sie nach Amersham. Gehen Sie die Station Road hinauf und biegen Sie links ab, durch die Häuser hindurch, hinaus auf das Feld. Es gibt ein Denkmal für Menschen, die von ihren eigenen Kindern lebendig verbrannt wurden, die gezwungen wurden, die Lagerfeuer anzuzünden und ihre Eltern zu verbrennen. Warum? Weil ihre Eltern in den Wäldern von Amersham beim Bibellesen erwischt wurden. Das war das Ergebnis von Wycliffe und den Lollarden. Und Wycliffe selbst starb friedlich als Rektor von Lutterworth.

Wycliffe war in Oxford, und es gab eine weitere Universität in Europa, die eng mit Oxford verbunden war: die Universität Prag. Der Pfarrer von Prag war ein armer Bauernjunge, der sich durch harte Arbeit einen Namen gemacht hatte. Sein Name war ebenfalls Johannes: Johannes Hus. Hus hörte von Wycliffe, begann Wycliffes Bücher zu lesen und begann, dasselbe in Prag zu predigen. Schließlich wurde Johannes Hus verhaftet, und der Papst verurteilte ihn zur Verbrennung; auch die Hussiten wurden hingerichtet.

Was taten sie, als England erfuhr, dass der Papst Johannes Hus verbrannt hatte? Die Kirchenbehörden gingen nach Lutterworth, gruben die Leiche von John Wycliffe aus, verbrannten sie auf einem Lagerfeuer und warfen die Asche in den Fluss Swift bei Lutterworth. Aber jemand sagte dazu:

So wie der Fluss Swift diese Asche in den Avon tragen wird, und der Avon in den Severn und der Severn in die Kanäle rund um unsere Küsten und die Kanäle in die Ozeane, so wird sich die Lehre von John Wycliffe auf der ganzen Welt verbreiten.

Und das war eine erstaunliche Prophezeiung.

Jan Hus wird 1415 beim Konzil von Konstanz auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
Jan Hus wird 1415 beim Konzil von Konstanz auf dem Scheiterhaufen verbrannt.Diebold Schilling, Spiezer Chronik, 1485. Gemeinfrei, Wikimedia Commons.

Der Strom der Zeugen

Die Flamme des Glaubens wurde nie ganz ausgelöscht

Pawson gibt zu, dass er einst dachte, tausend Jahre lang habe es nur die römische Kirche gegeben. Das stimmt nicht. Immer gab es eine ununterbrochene Reihe einfacher Christen, die mit ihrem Leben bezahlten, aber die Fackel an die nächste Generation weitergaben.

um 156

Montanismus — der Geist wird in Phrygien neu entdeckt

ab etwa 270

Einsiedler und klösterliche Gemeinschaften — Protest gegen Weltlichkeit

um 650

Paulikianer in Armenien und Kleinasien

um 950

Bogomilen in Bulgarien und Bosnien

1150

Arnold von Brescia — „Reichtum aus den Händen der Kirche“

1173

Waldenser — die „Armen von Lyon“

um 1200

Katharer / Albigenser in Südfrankreich

um 1210

Franz von Assisi — Armut und Mission

um 1300

Begharden und die Brüder vom gemeinsamen Leben

1324

Marsilius — „Die Bibel ist der Maßstab, sonst nichts“

um 1340

Wilhelm von Ockham — zum Schweigen gebracht

1384

John Wyclif — Morgenstern, die englische Bibel

1415

Jan Hus — in Konstanz verbrannt

1517

Martin Luther — der Morgen bricht an

Geistliche Erweckung
Bibelgruppen
Vorläufer

Hinweis: Einige Gruppen (Paulikianer, Bogomilen, Katharer) waren tatsächlich dualistisch und standen dem Gnostizismus näher als dem neutestamentlichen Christentum, wie Pawson sie darstellt — siehe die bernsteinfarbene Notiz in jenem Abschnitt.

1428 wurde Wyclifs Leichnam exhumiert, seine Knochen verbrannt und die Asche in den Fluss Swift geworfen — ein Holzschnitt aus einem Werk von John Foxe.
1428 wurde Wyclifs Leichnam exhumiert, seine Knochen verbrannt und die Asche in den Fluss Swift geworfen — ein Holzschnitt aus einem Werk von John Foxe.Holzschnitt, Foxe, Actes and Monuments, 1563. Gemeinfrei, Wikimedia Commons.

Der Aufbruch: Das Zeitalter der Entdeckungen und der Reformation

Wir stehen vor etwas Aufregendem. Sie sehen, dass ein solcher Missbrauch der Kirche Christi nicht ewig weitergehen konnte. Die Menschen begannen zu erkennen, und das, was ihnen dies ermöglichte, war, dass sie dieses Buch in ihrer eigenen Sprache zu lesen begannen. Wohin dieses Buch auch gelangte, würde es Abhilfe schaffen.

Aber es gab noch eine andere Sache, die die Reformation verursachte, nicht nur den Missbrauch der Kirche. Es war so, dass die Menschen in ein Zeitalter der Entdeckungen eintraten. Im materiellen Bereich: Kolumbus entdeckte Amerika im Jahr 1492; Kopernikus entdeckte, dass sich die Erde um die Sonne dreht und nicht umgekehrt; Galilei setzte das Teleskop an seine schwachen Augen und blickte zu den Sternen. Es war der Beginn des Zeitalters der Wissenschaft, als die Menschen begannen, Dinge in Frage zu stellen.

Im geistigen Bereich entdeckten Männer die griechische Literatur und Kunst wieder. In Raffaels Gemälden sieht man, wie die antike Kultur wieder aufblüht, weil Konstantinopel in die Hände der Türken fiel und die griechischen Kunstschätze nach Rom und Italien geschwemmt wurden. Das neue Wissen verbreitete sich, weil die Druckerpresse gerade erst erfunden worden war. Einer der großen Gelehrten des neuen Zeitalters war Erasmus. Er begann, das griechische Neue Testament und das hebräische Alte Testament wiederzuentdecken. Erasmus sagte: „Ich werde ein Neues Testament so genau gestalten, dass selbst die Bescheidensten die Botschaft verstehen.“ Und er erstellte ein genaues Neues Testament, in dem anstelle des Wortes „Buße“ das Wort „Umkehr“ erschien. Viele Fehler in den damaligen Bibeln wurden dadurch korrigiert.

Aber das ist das Letzte, was Pawson sagen möchte. Inmitten dieser großen Entdeckung geistiger Dinge, von Kunst, Musik und Skulptur, und in der ganzen großen Bewegung, die wir Renaissance nennen, entdeckten die Menschen eines: Wenn Menschen intellektuell besser werden, sind sie deshalb nicht moralisch besser. Es war die Zeit, in der die Päpste ihre Paläste mit Kunstschätzen füllten, die Zeit von Cesare und Lucrezia Borgia, der unmoralischsten Papstfamilie, die es je gab. Eine Zeit, in der die Menschen Kunst, Musik und Literatur studierten, zum Himmel aufblickten und dennoch unmoralisch blieben.

Die Renaissance war eine rein geistige und kulturelle Sache. Sie ging nicht auf das Problem der Sünde ein. Die ganze Welt wartete darauf, dass ein Mann das Heil wiederentdeckte.

Warten darauf, dass sich ein Mann mit dem moralischen Problem der Menschheit, der Kirche und der Welt auseinandersetzt; ein Mann, der dieses Buch liest und aus seiner eigenen Erfahrung von Sünde und Erlösung das Geheimnis der christlichen Macht, die Welt zu verändern, wiederentdeckt. Und dieser Mann war Martin Luther, ein Mönch. Genau in diesem Monat vor 450 Jahren machte er seine Entdeckung öffentlich. Die Renaissance war geistig, aber die Reformation war moralisch. Sie ging das eigentliche Problem an, das nicht unser Mangel an Wissen, Wissenschaft oder Kultur ist, sondern unser Mangel an Jesus Christus und dem Evangelium der Erlösung. Seine Geschichte ist Teil 3 dieser Serie.

Erasmus von Rotterdam druckte als Gelehrter 1516 das griechische Neue Testament, setzte „Umkehr“ an die Stelle von „Buße“ und ebnete so den Weg für die Reformation.
Erasmus von Rotterdam druckte als Gelehrter 1516 das griechische Neue Testament, setzte „Umkehr“ an die Stelle von „Buße“ und ebnete so den Weg für die Reformation.Hans Holbein der Jüngere, 1523. Gemeinfrei, Wikimedia Commons.

Renaissance und Reformation

Die Renaissance war geistig; die Reformation war moralisch

Renaissance — geistig

• Kolumbus erreicht Amerika (1492)

• Kopernikus und Galileo blicken zum Himmel

• Konstantinopel fällt (1453) → griechische Schätze strömen nach Westen

• Die Druckerpresse wird erfunden

• Erasmus entdeckt das griechische Neue Testament neu

• Raffaels Kunst erblüht

Aber klüger heißt nicht heiliger: Dies war das Zeitalter der Borgia-Päpste.

Reformation — moralisch

Was der Welt fehlte, waren nicht Wissen, Wissenschaft, Kunst oder Kultur. Der Welt fehlten Jesus Christus und das Evangelium der Rettung.

Die ganze Welt wartete auf einen Menschen, der die Rettung neu entdeckte und sich mit der Sünde auseinandersetzte. Dieser Mensch war Martin Luther — ein Mönch.

„Die Renaissance wandte sich an den Kopf; die Reformation wandte sich an das Herz.“ Teil 3 dieser Reihe wird Luthers Geschichte erzählen.

Der Borgia-Papst Alexander VI. kniet im Gebet — das prunkvolle, unsittliche Papsttum auf dem Höhepunkt der Renaissance.
Der Borgia-Papst Alexander VI. kniet im Gebet — das prunkvolle, unsittliche Papsttum auf dem Höhepunkt der Renaissance.Pinturicchio, Borgia-Gemächer, 1492–94. Gemeinfrei, Wikimedia Commons.

Mehr als eine Stimme

Wie andere Historiker und Prediger dieses Jahrtausend lesen

Pawson predigt aus einer stark protestantischen Perspektive. Damit es fair bleibt und du mehr als eine Seite hörst, folgt hier, wie andere dieselbe Geschichte erzählen — einige stimmen zu, andere widersprechen.

Historiker und Überblickswerke

Justo L. González · The Story of Christianity, Bd. 1 (1984)

Er liest das Jahrtausend als Paradox: Die „konstantinische Wende“ verbreiterte das „enge Tor“ zu einer Straße, und die Massen strömten herein, während das Mönchtum als Protest aufstieg. Dennoch weigert er sich, diese Epoche als Abfall abzuschreiben.

„Wenn die Kirche sich mit den Mächten der Welt verbindet … wie kann man den gewaltigen Versuchungen der Zeit widerstehen?“

Im Vergleich zu Pawson: Er stimmt Pawsons „Die Welt nahm die Kirche gefangen“ zu, mildert es aber ab: Es gab echte Frömmigkeit, und die Mönche bewahrten das Wissen.

Bruce L. Shelley · Church History in Plain Language (1982)

Ein populärer evangelikaler Überblick: Die konstantinische Wende brachte echte Macht, aber „zu einem Preis“; Mönche, Andersdenkende und Reformatoren waren das Gewissen der Kirche und riefen sie zu einem reineren apostolischen Leben zurück.

„Wer am hingebungsvollsten für die kommende Welt lebt, ist oft am besten in der Lage, die Gegenwart zu verändern.“

Im Vergleich zu Pawson: Er stimmt Pawson weitgehend zu, ist aber fairer und milder und behandelt Erneuerung als Reform von innen statt nur als Protest.

Diarmaid MacCulloch · A History of Christianity (2009)

Er warnt davor, das Mittelalter als bloßen „Niedergang“ zu lesen: Es war eine reiche, komplexe Welt, und ihre „Ketzer“ waren äußerst verschieden, meist dem späteren Protestantismus fremd und keine Proto-Protestanten.

„…eine interessantere komplexe Erzählung, in der Religion und Zweifel, Gotteslästerung und Frömmigkeit im Gespräch blieben.“

Im Vergleich zu Pawson: Er mildert Pawsons Urteil ab: Er betont den Reichtum und die Leistungen des mittelalterlichen Christentums und dass dessen Andersdenkende nicht als Vorfahren der Reformation beansprucht werden sollten.

Kenneth Scott Latourette · A History of Christianity (1953)

Er liest das Jahrtausend als Rhythmus von „Fortschritt und Rückschritt“: Trotz Korruption und Verfinsterung drang der Glaube unter Europas „barbarischen“ Völkern vor und erlosch nie. Er nannte die Epoche „Die tausend Jahre der Ungewissheit“.

„Im Lauf seiner Geschichte ist das Christentum durch große Pulsschläge vorangeschritten. Jeder Fortschritt trug es weiter als der vorherige.“

Im Vergleich zu Pawson: Er mildert Pawsons Urteil durch den weiten Blick eines Historikers: Selbst inmitten von Korruption fasste der Glaube Fuß und breitete sich aus.

Robert Louis Wilken · The First Thousand Years (2012)

Er zeigt, dass das Christentum nie nur römisch oder westlich war: Gemeinden in Persien, Armenien, Äthiopien, Zentralasien, Indien und China prägten seinen Weg aktiv mit.

„Die Armenier, Griechen und Äthiopier hatten vieles gemeinsam: Sie wurden von Bischöfen geleitet, pflegten das Mönchtum und bekannten das Glaubensbekenntnis von Nicäa.“

Im Vergleich zu Pawson: Er erweitert Pawsons Rahmen zu einem globalen Christentum, das eine rein westliche Erzählung leicht übersieht.

Tom Holland · Dominion (2019)

Ein Historiker außerhalb des Glaubens argumentiert, dass die mittelalterlichen Reformen — vor allem Gregors VII. „Revolution“ im elften Jahrhundert — das moralische Gewissen des Westens schmiedeten: die Trennung des „Säkularen“ vom „Heiligen“ und den Nährboden der Menschenrechte.

„[Die Reformatoren] machten [die Unterscheidung zwischen dem Heiligen und dem Profanen] tatsächlich zu etwas Grundlegendem für die Zukunft des Westens, ‚zum ersten Mal und dauerhaft.‘“

Im Vergleich zu Pawson: Er widerspricht Pawson: Die mittelalterliche Kirche — selbst die päpstliche Macht — legte den moralischen Nährboden des Westens und formte die Welt neu, statt nur von ihr gefangen genommen zu werden.

Evangelikale Prediger

John Piper · The Legacy of Sovereign Joy (2000)

Er liest Augustinus, der im frühen 5. Jahrhundert wirkte, als Geschenk der Gnade: Was einen Menschen von der Sünde befreit, ist nicht Willenskraft, sondern „souveräne Freude“ an Gott, die sündige Freuden an der Wurzel bezwingt.

„Unwiderstehliche Gnade … wird uns durch die souveräne Macht überlegener Freuden freimachen.“

Im Vergleich zu Pawson: Er ergänzt Pawson: Er schöpft bei Augustinus am Anfang der Epoche als lebendigem Quellgrund der Gnade, statt nur institutionellen Niedergang zu sehen.

Michael Reeves · The Unquenchable Flame (2009)

Er liest das Jahrtausend als den „Hintergrund“, auf den die Reformation antworten musste: Die spätmittelalterliche Kirche lehrte Gnade als Kraft, sich selbst heilig genug zu machen, und ließ Gläubige ohne Gewissheit. Doch die Flamme des Evangeliums wurde nie ganz gelöscht (Wyclif, Hus).

„Die mittelalterliche Gnade wirkte ‚wie eine geistliche Dose Red Bull‘ und ließ Menschen ‚ohne Gewissheit‘ zurück; wiederentdeckt wurde die Gerechtigkeit als ‚Geschenk an Sünder‘.“

Im Vergleich zu Pawson: Er stimmt Pawson zu, dass das Zentrum des Evangeliums verloren ging, ist aber milder: Er betont „Wiedergewinnung“ und Kontinuität und versteht die Reformation als Rückkehr zu Gottes Wort.

W. Robert Godfrey · A Survey of Church History (Ligonier)

Eine reformierte Lesart: Augustins Evangelium der Gnade ist der helle Faden, aber im Mittelalter wird es zunehmend von Aberglauben und dem Papsttum „verdunkelt“. Doch die Kirche starb nie ganz — ein treuer Überrest hielt das Evangelium lebendig.

„Was wir im Mittelalter sehen, ist tatsächlich eine Zeit zunehmenden Aberglaubens, zunehmender Verwirrung und einer Verdunkelung des Evangeliums.“

Im Vergleich zu Pawson: Er stimmt Pawson weitgehend zu, mildert aber „Die Welt nahm die Kirche gefangen“ ab: Es gab immer „einen hellen Stern“, der die Wahrheit durch das Jahrtausend trug.

Katholische und orthodoxe Stimmen

Eamon Duffy · Saints & Sinners: A History of the Popes (1997)

Er liest das Jahrtausend menschlicher und chaotischer, als Lob oder Polemik zulassen: Korruption und Simonie waren real, aber er weigert sich, Kirchengeschichte auf eine Anklage zu reduzieren; es war das Amt, nicht die Tugend des Inhabers, das fortbestand.

„Bei all seinen Sünden … scheint mir das Papsttum insgesamt eine Kraft für menschliche Freiheit und Weite des Geistes gewesen zu sein.“

Im Vergleich zu Pawson: Er mildert Pawsons protestantische Haltung: Er räumt die Korruption ein, widersteht aber einer monokausalen Polemik und sieht im Papsttum eine verworrene menschliche Institution.

Kallistos Ware · The Orthodox Church (1963)

Für Ware war das Schisma von 1054 kein Ereignis an einem einzigen Tag, sondern „ein langer und komplizierter Prozess“; vor allem die Kreuzzüge und die Plünderung Konstantinopels 1204 machten den Bruch endgültig. Aus östlicher Sicht war die eigentliche „Neuerung“, dass Rom einen Ehrenprimat in eine Jurisdiktionshoheit verwandelte.

„Roms Fehler — so glauben es Orthodoxe — bestand darin, diesen Primat oder diesen ‚Vorsitz der Liebe‘ in eine Vorherrschaft äußerer Macht und Jurisdiktion zu verwandeln.“

Im Vergleich zu Pawson: Er betrachtet dasselbe Problem von der orthodoxen statt der protestantischen Seite und betont, dass das Schisma allmählich und nicht in einem einzigen dramatischen Moment entstand.

Henri Daniel-Rops · Cathedral and Crusade (1957)

Ein katholischer Historiker liest das Jahrtausend nicht als „Die Welt nahm die Kirche gefangen“, sondern als Christianisierung und Zivilisierung Europas durch die Kirche — sie bewahrte inmitten des Chaos Schriften und Bildung. Ohne den Verfall schönzureden (er nennt das 14. Jahrhundert ein „Debakel“), besteht er darauf, dass die Kirche weiterhin Heilige und Reformatoren aus sich selbst hervorbrachte.

„Vom Niedrigsten bis zum Höchsten glaubte die Gesellschaft — die Kirche war ‚das wirksamste Mittel, die Rettung der Zivilisation zu sichern.‘“

Im Vergleich zu Pawson: Er mildert Pawsons Urteil ab und widerspricht ihm zugleich: Er räumt die Korruption ein, argumentiert aber, dass die Kirche selbst inmitten des Verfalls die Zivilisation rettete und sich von innen reformierte.

Aus Standardüberblicken zur Kirchengeschichte sowie aus Botschaften und Büchern zeitgenössischer Lehrer zusammengestellt. Ziel ist nicht, Pawson zu widerlegen, sondern ihn in einem Chor zu hören.


Ein Schlussgebet

Pawson endet nicht mit einer Zusammenfassung, sondern mit einem Gebet, nachdem so viele Jahre und Jahrhunderte vor den Augen seiner Zuhörer vergangen sind:

„Vater, mögen wir die Kirche sein, die du haben möchtest. Mögen wir aus den Fehlern der Vergangenheit und aus den Lehren der Geschichte lernen. Wir danken dir, dass du in all diesen Zeitaltern nie ohne Zeugen warst, nie ohne Menschen, die die Wahrheit kannten und dafür oft mit ihrem Leben bezahlten, aber die brennende Fackel des Glaubens weitertrugen, die wir geerbt haben, um sie an nachfolgende Generationen weiterzugeben. Wo die Kirche korrupt ist, reinige sie. Wo sie irrt, führe sie zur Wahrheit. Wo sie geteilt ist, vereine sie. Und vor allem: Möge Jesus Christus als das Haupt der Kirche sichtbar werden, als ihr einziges Haupt.“

Tausend Jahre, in denen das Meer in das Boot eindringt. Aber die Flamme wurde nie ganz gelöscht. Und am Ende dieses langen Tunnels bricht die Morgendämmerung an. Teil 3 erzählt die Geschichte des Mönchs, der sah, was schiefgelaufen war, und der mit einem Buch alles wieder in Ordnung brachte.

Alles grün
Die Fackel wurde durch tausend Jahre der Dunkelheit von Hand zu Hand weitergegeben und ist noch immer nicht erloschen
EnglischChurch History — Part 2: When the World Captured the Church (AD 400–1400)

Note: This post is compiled from the second lecture in David Pawson's History of the Church series (Part 2: AD 400–1400), about 69 minutes long. As in Part 1, I do not guess or embellish: every major argument comes straight from Pawson. Wherever I looked something up, checked it against the sources, or corrected a detail, I left it as an amber margin note woven into the text. For this part especially, because the lecture touches the most contested stretches of church history, I also read other historians and preachers, so that you hear more than one voice.

The unhappier story

Part 1 told how the Church captured the world in the first four centuries: it won the physical battle by suffering, the mental battle by confronting heresy, and the spiritual battle by standing firm against other religions.

Pawson says there is one thing he forgot to mention last week, and it matters: the Christians won because they out-lived, they out-thought, and they out-died everyone else. They out-lived, and so won the spiritual battle. They out-thought, and so won the mental battle. They out-died, and so won the physical battle. And therefore they out-survived everything else.

But tonight, he says, the subject is far sadder and far more serious. The subject is: how the world captured the Church over the next thousand years.

There is a medieval painting of the Church as a lifeboat. In a tossing sea, the Christians in the boat reach out to pluck the drowning from the waves. It is a fine picture of the Church: a lifeboat gone out into the world in answer to the cry for help.

But Pawson pauses on one thing:

The lifeboat must be in the sea. But if the sea gets into the lifeboat, then there is real trouble. The church must be in the world if it is going to save souls. But when the world gets into the church, then it is finished and it sinks.

The next thousand years is the story of the sea getting into the boat. Pawson takes it in three chapters: the world began to get in even in the early ages (AD 100–400); then the Dark Ages (AD 400–1000); then the Middle Ages (roughly 1000–1500), which bring us to within a year or two of Martin Luther.

The Lifeboat Picture

The boat must be in the sea, but the sea must not be in the boat

Pawson opens with a medieval painting: the Church as a lifeboat in a tossing sea, reaching out to pluck the drowning from the waves.

The lifeboat in the sea

The Church is in the world to save souls. This is the mission itself.

The sea inside the lifeboat

When the world gets into the Church, the boat sinks. That is the story of a thousand years.

"The church must be in the world if it is going to save souls. But when the world gets into the church, then it is finished and it sinks." — David Pawson

The “Navicella” (little ship), the Church as Peter’s boat on a storm-tossed sea, with Christ reaching to pull the sinking from the waves. This is the very image Pawson opens Part 2 with.
The “Navicella” (little ship), the Church as Peter’s boat on a storm-tossed sea, with Christ reaching to pull the sinking from the waves. This is the very image Pawson opens Part 2 with.Giotto di Bondone, Navicella (original c. 1305–1313; later copy). Public domain, Wikimedia Commons.

A Thousand-Year Timeline

AD 400–1517: from the fall of Rome to Luther

Four currents braid through a thousand years: decline, the rise of papal power, voices of protest, and an age of discovery.

500600700800900100011001200130014001500Fall of Rome — barbarians sack the city410Augustine finishes City of God426Benedict founds Monte Cassino529Gregory the Great becomes pope590The Hijra — Islam's calendar begins622Synod of Whitby — England goes Roman664Battle of Tours — Islam halted in the West732Charlemagne crowned Emperor800The Great East–West Schism1054Canossa — emperor kneels to the pope1077The First Crusade is called1095Crusaders take Jerusalem1099Waldo and the Waldensians1173Hattin — crusaders routed1187The Albigensian Crusade1209Francis preaches to the Sultan1219The Papal Inquisition begins1231Papacy moves to Avignon1309Western Schism — two, then three popes1378Wycliffe — morning star of Reformation1384Jan Hus burned at Constance1415Fall of Constantinople1453Gutenberg's printing press1455Columbus reaches the Americas1492Erasmus's Greek New Testament1516Luther's 95 Theses1517
Decline
Papal power
Protest / witness
Discovery

Some dates are simplified for clarity; precise milestones are checked in the amber margin notes throughout the essay.


How the World Got Into the Church (AD 100–400)

When there were martyrs like that, preachers like that, when the battle was being won, how did the world get in? Pawson names four things that began to water down the apostles' Church.

First, regional bishops. In the New Testament every church had a number of bishops, called elders or bishops or presbyters, all the same office: spiritual leaders. Then came a stage where each church reduced its bishops to one. Then a stage where one bishop ruled many churches. Leadership was concentrated in fewer hands. You cannot find this in the New Testament; it did not happen for the first hundred years; but in the second century there emerged men of considerable power and influence. Not many bishops to one church, but many churches to one bishop.

Second, a magic view of the sacraments. Take baptism. Instead of being an outward sign of the spiritual washing away of sins that comes when a man believes in Jesus, people began to believe that the actual water and the right formula saved a person from sin, whatever their age; and that if you sinned after baptism, you undid it. So people put off baptism until the deathbed: they waited until the doctor said there was no hope, then rushed for the minister. But others worried: what if our baby dies, we would rather have its sins washed away at once. Both views were superstitious. Sadly, infant baptism prevailed. The Lord's Supper too was treated magically: people began to think the bread actually was Christ's flesh and the wine his blood; since real flesh and blood were being offered, it was a sacrifice; and since it was a sacrifice, the one handling it must be a priest.

Third, established religion. When the emperor went to church, you can imagine everyone did. When the state declared Christianity the official religion, everyone climbed on the bandwagon. Going to the established church became fashionable and respectable. Pawson says plainly: an established religion is bound to produce fashionable, respectable Christianity, and he cannot find that in the New Testament.

Kit's note

One thing I'll return here: it was not Constantine who made Christianity the official religion. The Edict of Milan (313, Constantine with Licinius) granted only toleration — freedom of worship and the return of property, ending persecution. It was Theodosius I who, by the Edict of Thessalonica in 380, made Nicene Christianity the state religion. Pawson's larger point — that once faith becomes 'fashionable and respectable' the world seeps in — stands; only the milestone belongs to Theodosius, not Constantine.

Fourth, nominal membership. A writer at the end of the second century observed: around the year 50, to belong to the Church meant a person had received baptism and the Holy Spirit and called Jesus Lord; but by around 180, it meant a person acknowledged the rule of faith (the creed), the New Testament canon, and the authority of the bishops. In other words, people were joining for reasons other than believing in Jesus and receiving his Spirit. It was now an institution.

And whenever the Church went wrong, there were protests. In the first 400 years there were two movements: Montanism and monasticism. Both protested against a Church growing wealthy, worldly, and filled with people who had never even been converted.

Montanism arose in what we now call Turkey, Asia Minor. A man called Montanus saw that in scores of members there was no trace of the Holy Spirit, so he sought the Spirit of God afresh. A revival broke out. The gifts of the Spirit came back into the Church; life, vigour, and reality came back into worship. Pawson says if you want to know who they were most like today, they were Pentecostals. There was a tremendous emphasis on Christ's return, an insistence that no one be a member without a real faith, with holiness and fasting. But the bishops opposed it severely, and you can guess why.

The tragedy is that, as so often, this first Pentecostal movement went wrong. It went wrong because these people would not have teaching. They wanted the heat without the light. Pawson says: light without heat is cold; heat without light is too hot; you must have both. They would not listen to the Scriptures on how to exercise spiritual gifts. And the movement fizzled out in fanaticism. "That is a word every Pentecostal revival needs to know," Pawson says. "We can learn from history."

Kit's note

I'll gently push back on 'the women spoilt it.' The pastoral caution — heat without light — is fair, and the ecstatic, trance-like prophecy was indeed what the mainstream church attacked most. But pinning it on 'the women,' Priscilla and Maximilla, isn't fair: Montanus himself prophesied passively ('I am as a lyre, and the Spirit sweeps over me like a plectrum'). Modern study (Christine Trevett) shows what was really condemned was their claim to a new authority over the church — not the fact that the prophets were women.

The second protest came in a very different way. Some years later certain Christians said: this Church is so worldly, so dead, that the only hope of recovering Christianity is to get out of the Church and out of the world.

The first of them did it alone. They were hermits. It is the strangest tale. Anthony was the first: he decided he would never be a real Christian until he got into the middle of the desert. The trouble was that when he got there, other Christians wanted to join him, and he did not want that; and above all, he found his temptations in a desert cave just as worldly as they had been in the Church. There was an even stranger hermit, Simeon Stylites: he built a pillar some sixty feet high, a yard across at the top, and lived up there for decades. He even stood on one leg for a year, as a protest declaring that Christianity is something hard and tough. And there he was, up the pole, covered in ulcers and worms, in a frightful state.

More successful than the hermits were those who started communities. The man who began this movement was Benedict. On Monte Cassino, halfway between Rome and Naples, he gathered a group of real Christians who saw the Church was too worldly to do anything with, and said: we will come and live together. We will not be wealthy but poor. We will not be lustful but celibate. We will not be rebellious but obedient. They took the threefold vow: poverty, chastity, obedience. And the monastery was run like a Roman soldier's garrison.

Kit's note

A small but real correction: Benedict (c. 480–547) did not start communal monasticism. Pachomius founded cenobitic communities in Egypt around 318–323, nearly two centuries earlier. Benedict is the father of Western monasticism and wrote its most influential Rule — but not its founder. And his Rule's vows are really stabilitas (staying in one house), conversatio morum (conversion of life) and obedience; the familiar 'poverty, chastity, obedience' formula belongs to later orders.

The tragedy is that this protest went wrong just as surely as the other. Christ never meant us to live the Christian life away from everybody else. Later these monks, who began with a good intention, became so wrapped up in their own salvation, so introverted, that they were isolated from the world and the Church. Worse, monasticism produced the idea that there are two kinds of Christians: second-class ones who marry and first-class ones who do not; second-class ones who live in the world and first-class ones who live out of it. But that is not the teaching of Jesus. Our Lord was not a monk. He did not withdraw from society; he lived a pure life in society, and told his disciples to be in the world without being of it.

Both said: the Church is not what Jesus Christ meant it to be. One said we will rediscover it by getting back into the Spirit. The other said we will rediscover it by getting out of the world and out of the Church. Both came to nothing, because they did not return fully to New Testament Christianity.

How the World Got In — AD 100–400

Four cracks and two protests

Even in the age of victory, four things began to water down the apostles' Church. And whenever it went wrong, voices of protest rose up.

01

Regional bishops

From many elders per church to one bishop over many churches. Power concentrated in few hands, copying Rome's governors.

02

Magic sacraments

Baptism seen as saving in itself, so delayed to the deathbed or given to infants. The Lord's Supper taken as literal flesh and blood, a sacrifice needing a priest.

03

Established religion

When the emperor went to church, everyone went. Faith became fashionable and respectable instead of a surrender.

04

Nominal membership

People joined for reasons other than believing in Jesus and receiving the Spirit. The Church became an institution.

Two protests

Montanism

A Pentecostal protest

Rediscovered the Spirit and the gifts, stressing Christ's return and holiness. But it had "heat without light," refused teaching, and burned out in fanaticism.

Monasticism

A protest by withdrawal

Left both the world and the Church to recover real Christianity. But it produced "two-tier" Christians, and Christ never called us to live apart from everyone.

Both protests were sincere, yet both came to nothing because they did not return fully to New Testament Christianity.

Saint Simeon Stylites lived for decades atop a pillar, an austere protest against a Church growing rich and worldly.
Saint Simeon Stylites lived for decades atop a pillar, an austere protest against a Church growing rich and worldly.Russian icon, 1465. Public domain, Wikimedia Commons.

The Dark Ages: The Fall of Rome (AD 410)

Now the story truly begins. In 410, a catastrophe came. Barbarians from the north pressed down on the city of Rome. The Vandals came (from their name we get the word "vandalism"). The Franks came, the Huns came, the Goths came. These barbarians pressed into Rome and took it. The Rome of that day fell.

Kit's note

Let me check this one: the sack of Rome on 24 August 410 was carried out by one people — Alaric's Visigoths — not a combined army of Vandals, Franks, Huns and Goths. The Vandals were then pushing into Spain (they would sack Rome only in 455), and Attila's Huns struck the West only in 451–452. Pawson's larger picture — a whole wave of 'barbarian' peoples pressing on the Empire — holds; but the army that breached Rome in 410 was Alaric's Goths alone.

The Romans left Britain that year to defend Rome, but could not save it. And as soon as the Romans withdrew, the Jutes, the Angles, and the Saxons charged into Britain and destroyed Christianity in England and south-east Scotland. The Christianity that Roman soldiers had brought here in the first 400 years vanished.

It seemed that when Rome fell, it was the end of everything. Jerome, writing in Jerusalem, said: "the human race is included in the ruins." People thought it was the end of civilization. And it puzzled the Church: Rome had survived for centuries as a pagan empire, yet as a Christian one it collapsed. Many Christians could not understand it.

Kit's note

A small geographic note (the Part-1 kind): Jerome was not in Jerusalem but in Bethlehem (very near it), where he lived in a monastery from 386 until his death in 420. His most famous line is from the Preface to his Commentary on Ezekiel (c. 410–414): 'when the bright light of all the world was put out... the whole world perished in one city' (in una urbe totus orbis interiit). Pawson's 'the human race is included in the ruins' faithfully catches Jerome's grief.

But one man thought it through and made an incredible statement. He said: it is the best thing that ever happened. His name was Augustine.


Augustine: A Restless Heart That Found Its Rest

You can buy his books at the railway bookstall today. And if I tell you some of the things this great man said, you would recognize them. He said: "Our hearts are restless, and they can find no rest until they find their rest in thee." Perhaps the most quoted prayer in history. It was Augustine who prayed: "Give me chastity, but not just yet." And it was Augustine who said: "Love, and do what you like."

He was born in North Africa. When he went as a student to Carthage, he fell in with the wrong crowd. Soon he had a concubine and a son by her, and lived in that illegal relationship for years. His father was pagan, but his mother was a godly woman who prayed for her wayward son with tears every day. Later, because of his brilliant mind, he was invited to be a professor of rhetoric in Milan. There he went to hear the saintly Bishop Ambrose preach. Under that preaching, the young man with the brilliant mind but the profligate life was brought into a deep conviction of sin.

Then one day, sitting in a garden weeping over the mess he had made of his life, he heard a child's voice over the garden wall: "Tolle lege, tolle lege" — "take up and read." He never knew who the child was. But he saw a scroll on the seat beside him, took it up, and read. It was Paul's letter to the Romans. Augustine read it through, and the light dawned. When he walked into the street afterward, the woman he had lived with saw him, and he ran from her. She ran after him crying: "Augustine, it is I, it is I." He answered over his shoulder: "But it is not I, it is not I."

Kit's note

The exchange — 'It is I, Augustine!' / 'But it is not I' — is a lovely pious anecdote, but it is not in the Confessions or any early source. By Augustine's own account (Confessions 6.15), the woman had already been sent away before his conversion (c. 385); she returned to Africa vowing to remain unmarried. The clever retort appears only in much later retellings — a moving tradition rather than history.

He wrote the whole story of his conversion in a book called Confessions. Pawson says Augustine has had more influence on church history than any man after the apostle Paul.

When Rome fell, Augustine being in middle age, the whole world seemed to collapse about his ears. He thought it through, then wrote the second great book we remember: City of God. In it he says: it is a good thing this pagan city of Rome has collapsed, because now the city of God can replace it; it is a good thing an earthly empire has ended, because the heavenly empire can now be established. The book brought hope and new life to many, helping them see that a city of God still survived when the city of men had gone.

But that was the trouble. People began to ask: what is this city of God? Visible or invisible? Earthly or heavenly? And at this point Augustine led many into a misunderstanding. The funny thing is that centuries later, in the Reformation, the Protestants said "we follow Augustine," and the Roman Catholics said "we follow Augustine." But the Protestants were following the first book, Confessions; and the Catholics were following the second book, City of God.

For what happened was this: the Church said, if that is so, then the Church is now the new empire.

Augustine “takes up and reads” (tolle lege) the letter to the Romans, the moment of his conversion in the Milan garden.
Augustine “takes up and reads” (tolle lege) the letter to the Romans, the moment of his conversion in the Milan garden.Benozzo Gozzoli, fresco at San Gimignano, 1464–65. Public domain, Wikimedia Commons.

The Church Becomes an Empire: The Rise of the Papacy

One of the first results was the rise of the bishop of Rome to the position of an emperor. In those days there was a great debate about the word "pope," which means essentially "father." Although Jesus had said never to call anyone on earth father, for you have one Father in heaven, people began to call the local priest "father." Then they called the regional bishop "father." Then finally the five great patriarchs said: if anyone is to be called father, it ought to be us five. And at last, the bishop of Rome said: the city of Rome is gone, but I am the emperor now; I am the chief bishop, and from now on you call only me pope, you call only me father.

And the papacy, as we know it, came into being. The striking thing is that the pope adopted the very titles and even the robes of the Roman emperor. He took the title Pontifex Maximus, known today as the pontiff — the Roman emperor's title. Augustine was misunderstood, and people thought the Church was the new empire. And an empire must have its emperor, its robes, its ceremonies, its throne. So the Church became an empire, and the pope became a king.

Of course, many Christians would have none of it. The French would not, the Irish would not, the Welsh would not, the Scots would not. Sadly, the English did.

When the Church Became an Empire

The ladder of power and the closing circle

The ladder to "father"

1↑

The local priest is called "father"

2↑

Then the regional bishop

3↑

Then the five great patriarchs claim the title

4↑

The bishop of Rome: "call only ME pope"

5↑

Takes the emperor's titles & robes (Pontifex Maximus)

"Call no man on earth your father…" ()

The circle 410 → 800

410 — The Roman Empire collapses

The Church takes over, becomes the new "empire"

800 — Charlemagne crowned Emperor

The empire returns — full circle

Augustine wrote City of God to console a collapsing world; but people misread it to mean the Church was the new empire — and an empire must have its emperor, its throne, its robes.


Two Streams of Christianity Meet at Whitby

Ireland, through St. Columba, brought the faith into Iona and Scotland, leading Scotland to Christ. Then Aidan came down to the island of Lindisfarne off Northumberland. Pawson recalls standing on Lindisfarne a few months earlier, by the ruins of Aidan's church, the little island from which he evangelized Northumberland. This non-papal Christianity, Celtic Christianity, came into England from the north through Ireland and Scotland.

But later the pope said: we must get England, we must get those Angles. He made the famous pun: they are not Angles but angels. And he sent a missionary also named Augustine. This Augustine landed on the island of Thanet, then went to Canterbury. Columba on the island of Iona in the north; Augustine on the island of Thanet in the south.

The two streams of Christianity met at Whitby. You can still see the ruins above Whitby harbour where they met. There, papal Christianity met Celtic Christianity, to see which would win. The tragedy is that papal Christianity won. The British Isles came under the papal throne. Scotland even changed its patron saint to St. Andrew. The whole situation was changed.

Kit's note

Let me clarify one thing: the two streams in the British Isles were real, but saying Celtic Christianity 'rejected the pope' overstates it. They didn't oppose Rome on doctrine; they kept older customs — the dating of Easter and the style of tonsure — because they'd been cut off from the continent during the Anglo-Saxon period. The Synod of Whitby (664) was a dispute over custom and calendar, not a schism; Pawson is right that Rome's side prevailed.

Two Streams Meet at Whitby

Which way would Britain go? (Synod of Whitby, 664)

Celtic Christianity

Ireland → Iona (Columba) → Lindisfarne (Aidan) → northern England

No pope. Simple, missionary.

Roman Christianity

Rome → Augustine on Thanet → Canterbury → the south

Loyal to the pope.

↘ ↙

Whitby, 664

Roman Christianity won. The British Isles came under the papal throne. Pawson calls it a tragedy; you can still stand among the ruins above Whitby harbour today.

Schematic, not to geographic scale. Whitby took place in 664 (Pawson says "660").

The ruins of Whitby Abbey, site of the Synod of Whitby in 664, when the British Isles went Roman. Pawson says you can still stand among these ruins today.
The ruins of Whitby Abbey, site of the Synod of Whitby in 664, when the British Isles went Roman. Pawson says you can still stand among these ruins today.Photochrom print, c. 1890–1900, Library of Congress. Public domain, Wikimedia Commons.

East and West Divide (1054)

The other great group of Christians who would have none of this were the churches of the eastern Mediterranean: Greece, Asia Minor, Syria, Egypt. They said: we are not acknowledging this. That there should be one "papa," one father of the whole Church, is not in Scripture, not in the New Testament. And they began a split, finally completed by the year 1054. That division kept the eastern and western churches apart for a thousand years, and only in recent years have the two begun to talk again.

Kit's note

A detail worth marking: Pawson saying the two sides 'have only in recent years begun to talk again' is exactly right for a sermon around 1967. On 7 December 1965, in simultaneous ceremonies in Rome and Constantinople, Pope Paul VI and Ecumenical Patriarch Athenagoras I lifted the mutual excommunications of 1054, after their historic meeting in Jerusalem in January 1964. So his 'recent years' was, for him, fresh news.

And here is one of the most incredible things. Around the year 850, the pope said: I have discovered documents from the first century, proving that Peter appointed the first pope, who appointed the second, and so on down the line. Today even the Roman Church knows those documents were forgeries; they are called the forged decretals. And yet the papacy was built on a forgery. There was another forged document, the Donation of Constantine, claiming that all of Italy belonged to the pope. The pope "discovered" this forgery and said: there, all Italy belongs to me. That is the kind of foundation on which the whole structure was based, and even Rome knows it today.

Kit's note

Let me return a detail on 'the pope produced these documents': Pawson's date, 'around 850,' is very close — the Pseudo-Isidorian Decretals (False Decretals), under the pen-name 'Isidorus Mercator,' were forged around 847–852. But the forgers were Frankish clergy near Reims, not the pope himself, and the first aim was to protect ordinary bishops from being deposed. Still, Pawson's larger point holds: those forgeries were later cited by Rome to buttress papal supremacy.

The Great Schism, 1054

One Church split in two for nearly a thousand years

The five patriarchates (the Pentarchy)

Rome (West)ConstantinopleAlexandriaAntiochJerusalem
1054The historical split

The West (Latin)

Rome — one pope over the whole Church

• Supremacy of the pope

• Added "and the Son" (filioque) to the Creed

• Unleavened bread

Latin tradition

The East (Greek)

Constantinople + the patriarchs — equals, no single "papa"

• Five equal patriarchs

• The Creed left unchanged

• Leavened bread

Greek tradition

The mutual excommunications of 1054 were only lifted together by Pope Paul VI and Patriarch Athenagoras in 1965 — close to Pawson's "the last ten years" when he preached in the 1960s.


Charlemagne and the Holy Roman Empire (AD 800)

The power kept spreading, until the year 742, when a man was born with a dream: to restore the empire of Rome, put it back on the map, with himself as emperor and the pope beneath him. His name was Charlemagne. A ruthless man who said: we will have a Roman empire again, and its head will not be the pope but an emperor.

Charlemagne twice saved the pope's life: once from the barbarians, once from the crowds in Rome who were angry with him. The pope said: you have saved my life twice, what would you have me do for you? The emperor answered: on Christmas Day, crown me emperor. And in the year 800, on Christmas Day, in the largest church in Rome, at the Christmas morning service, the pope crowned the king of the Franks, Charlemagne, emperor of the Holy Roman Empire. A thousand years later, the Holy Roman Empire still existed.

You see, we have come full circle. The empire of Rome collapsed in 410. The Church took over the empire. Then in 800 the emperor came back and took the empire from the Church. The whole thing seemed back to where it started.

Charlemagne did some good things and some bad. Among the good: he forbade the clergy to keep concubines, frequent taverns, and go hunting; he started many schools. Among the bad: he forbade the clergy ever to marry, and it is to Charlemagne that we owe the celibate priesthood. He also coined the word Christendom — the kingdom that would be Christian under the emperor. And the idea of Christendom persists to this day.

Kit's note

Two small fixes. First — the celibate priesthood isn't owed to Charlemagne: he tightened clerical discipline, but the ban on clergy marrying became universal law only with the eleventh-century Gregorian reform and the Lateran Councils of 1123 and 1139 — three centuries after him. Second — 'Christendom' is a native Old English word (cristen + -dom); a Latin-speaking Frankish king could hardly coin it. If Pawson means he crystallized the idea of Christendom, that holds — the 800 coronation is its emblem.

The pope crowns Charlemagne on Christmas Day, 800, Church and empire made one.
The pope crowns Charlemagne on Christmas Day, 800, Church and empire made one.Raphael and workshop, the Vatican Stanze, c. 1516–17. Public domain, Wikimedia Commons.

The Rise of Islam

Because the Church was now wealthy and powerful, it became corrupt. And once again protests came, this time from the east and the north. From the east, the protest came from two things. The first was Islam.

Pawson calls this the greatest judgment ever to fall on the Christian Church. He had lived in Arabia and seen something of this religion. Mohammed was born in 571 in Mecca, the centre of Arab idolatry and superstition. In the middle of Mecca was a great square building draped in black, and inside it a sacred stone, the Kaaba, a meteorite fallen from the sky. Mohammed grew up amid the idolatry and superstition of the Arabs, and he was revolted by it.

Then he turned first to the Jews, then to the Christians, and asked: have you the true religion? The tragedy is that Mohammed never met a converted Christian. The tragedy is that he never saw the real Christianity of the New Testament. All he saw was the vestments of priests, images, and crucifixes. And he said: this is as idolatrous as the Arabs' religion. If only Mohammed had met one true Christian at the end of the sixth century. But he did not.

So he said: right, I will seek a new religion that is pure. He married a wealthy widow, spent years in the desert, and there he said he was spoken to: there is no God but Allah, and Mohammed is his prophet. He began to preach this, writing down what he heard in his visions in a book, the Quran (Al-Quran). He was persecuted and had to flee to Medina in 622. That is the date from which the Arabs reckon their calendar. He returned to Mecca with an army and imposed the new religion. From then on everyone had to pray toward Mecca, and by a religion of good works — fasting, praying five times a day, keeping Ramadan, making the pilgrimage to Mecca, giving alms — one could get to heaven. And that religion was imposed by force of arms.

Islam swept Christianity out of the Mediterranean. It swept Christianity off the North African coast, where there was no church for centuries. It swept Christianity out of the Holy Land itself, out of Jerusalem, out of the place where Jesus died. It swept up through Spain, up through Asia Minor, into France as far as the gates of Lyon, into Eastern Europe as far as Vienna. It seemed Islam would crush Christianity in a gigantic pincer movement.

Kit's note

An important geographic and chronological note: the Muslim advance into the West was halted at Tours/Poitiers in 732 (Charles Martel over the Umayyads), in western France — about 360 km from Lyon, not 'the gates of Lyon.' And the two sieges of Vienna were Ottoman Turkish, in 1529 and 1683 — roughly 800–950 years after the 8th-century Arab advance. These are two powers and two eras, not one coordinated 'pincer.' Pawson's theological instinct — that God stopped the tide — can still stand.

It is the greatest judgment God has ever allowed to come on the Christian Church. And it was deserved. But so far and no further. God was not going to have Christianity wiped out altogether.

He stopped them at Lyon and Vienna, and they withdrew to their present boundaries: the North African coast and up to Turkey.

Map of the Dark Ages

Two tides break over the Christian world (AD 410–732)

Orange arrows: barbarians pour south onto Rome. Green arrows: Islam sweeps the Mediterranean from Arabia, across North Africa and Spain, as far as Tours.

← from ArabiaRome (410)Tours (732)ConstantinopleJerusalemVienna

Base map: the Roman Empire (Wikimedia Commons, public domain). Arrows are schematic directions of advance, not exact routes. Vienna marks the later Ottoman limit — Pawson telescopes nearly a thousand years of frontier into one pincer.


Hidden Witnesses in the Dark

For at that very time, all over Europe there were little groups of Christians meeting around the word of God. They saw that the official church was corrupt, so they simply met in tiny groups, read this book, and said: we will worship God in simplicity. We do not need priests, for we have Jesus our high priest. We do not need a pope, for we have a Father in heaven. We just need the word of God and the Holy Spirit.

We know hardly anything about them, because they were so persecuted that even the records of their history were destroyed. Pawson asks his hearers whether any have ever heard of a group called the Bogomils. They were a group meeting around the word of God, chiefly in Bulgaria and Bosnia; the word "Bogomil," Pawson says, is Bulgarian for "friends of God." There were the Paulicians, who met in Armenia, Thrace, and Asia Minor. There were the Cathars, a name meaning "the pure ones," the same root as the later word "Puritan"; they met in the Balkans and across Europe.

Pawson confesses: in his simplicity he used to think that for a thousand years there was only the Roman church and the eastern churches. That is not true. He was thrilled to discover that all through those centuries there was a continuous train of simple Christians meeting around the word of God in local churches. They paid for it with their lives, but they met, and the flame of faith was kept alight for the generations to come.

Kit's note

Let me return something, in fairness to Pawson and to history. What he says is true and moving: the Bogomils, Paulicians and Cathars rejected the clergy and the pope, were savagely persecuted, and had their writings nearly all destroyed. But modern scholarship classes them as dualist movements — holding the material world to be the work of an evil power — shaped by Mani and the Gnostics; this is not the later Protestant faith. They witness to protest, but they weren't quite 'simple New-Testament Christians.'


The Middle Ages: Hildebrand Sets the Pope Above All

Now we come to the final chapter, from the year 1000 to 1500, called the Middle Ages because it lies between the Dark Ages and the Modern Age.

The first man to speak of is Hildebrand. This monk became pope, and he did not like being number two. By now there was a restored Roman Empire with a new emperor, but the pope was number two. Hildebrand decided the pope should be number one, and he achieved it. He did many good things: he cut out the simony in the church, the buying of priesthoods. But he did it because he believed the pope should control everything, including kings.

The clash between Hildebrand and Emperor Henry IV was settled in a most dramatic and terrible way. Henry IV defied Hildebrand, saying: I am number one. Hildebrand answered: you are not. Let the people decide. And the people decided that Hildebrand was. Up in the Alps, the pope met Emperor Henry IV, who came from the north. The pope was in a mountain house, and he kept Emperor Henry IV waiting outside in the snow, barefoot, for three days, before he would speak to him. In this way Hildebrand put the emperor decisively in a secondary place.

From then on, for the next 500 years, the pope was the most influential figure, and the papacy was the power that controlled the Western world. The Church was the empire again. It was this pope who began the symbol of the crossed keys of St. Peter: one key is the authority of sacred power over the Church, the other the authority of secular power over the state. Those crossed keys are Hildebrand's claim: to be top dog, over both the Church and the state.

Kit's note

Let me return two points. First, Hildebrand (Gregory VII, 11th c.) did not create the 'crossed keys' emblem: the device appears only in the 14th–15th c. — the oldest belongs to Pope Martin V (1417–1431), over 300 years later. Second, the keys traditionally do not mean 'one sacred, one secular'; both belong to spiritual authority (the power to 'bind and loose'). What Pawson has right is Hildebrand's ambition: to set the pope over both Church and state.

The crossed keys of St Peter, emblem of the Holy See: one gold, one silver, to bind and to loose.
The crossed keys of St Peter, emblem of the Holy See: one gold, one silver, to bind and to loose.Coat of arms of the Holy See (modern SVG rendering). Public domain, Wikimedia Commons.

The Crusades: When the Church Took Up the Sword

This put the force of armies at the Church's disposal. And because Hildebrand thought that way, he began to use force to establish the kingdom of Christ. Never was a greater mistake made. The first outcome of the idea that force is valid for the Church to use was eight crusades to the Holy Land.

By now the holy places, Jerusalem and others, were in the hands of the Muslims, the Saracens, the Turks. The pope decided the Church would fight its way in and capture the Holy Land for Christ. The First Crusade was born in 1095. It was Hildebrand's idea, but he died before it could be done. People wore a cross on the shoulder, called a crux, and from that we get the word crusade.

The First Crusade was pulled together by an unkempt, fanatical preacher called Peter the Hermit. He set off with 600,000 men, and only a tenth arrived; most died in the high mountains of Turkey. But they got there, and they took Jerusalem. They pillaged it, raped the women, and established the so-called rule of Christ in Jerusalem by slaughtering all the Saracens of that city. Is that Christian? You say at once: of course not. But bear in mind, they were misled. Thousands thought this was what the Church was meant to be: an earthly empire establishing itself by force.

Kit's note

Two corrections. One — 600,000 is wildly inflated: historians put Peter the Hermit's 'People's Crusade' at roughly 20,000–40,000 (the whole First Crusade together was only about 60,000–100,000). Two — Peter's band did not take Jerusalem: arriving in Anatolia, it was annihilated by the Seljuk Turks at Civetot (21 Oct 1096). Jerusalem fell nearly three years later — 15 July 1099 — to the nobles' armies. The bloody massacre is real, but it was 1099, not the work of Peter's poor.

Of course there were incentives. People were promised absolution if they went to fight for Christ; promised indulgences, so many years off purgatory; promised their debts cancelled by law; promised pardon for criminals who would leave prison to go and fight. You can imagine the motley crew that resulted. King Philip of France was caught up in it. King Richard the Lionheart of England was caught up in it. Eight times they set off. One was a children's crusade: 2,000 little ones set off across Europe to try to get Palestine back for Jesus. Not one of them arrived. The pope said angels would miraculously provide food; but the food never came and the angels never appeared.

The last one was an utter failure. At the flat-topped mountain of the Horns of Hattin, the last crusader army died of thirst, besieged by the Saracen. And in 1270, Europe breathed a sigh of relief when the pope called the whole thing off.

Kit's note

Pawson's picture of the Horns of Hattin is right (4 July 1187, Saladin luring King Guy's army into waterless ground and breaking it through thirst) — but it was not 'the last crusade'; it was a battle of the Kingdom of Jerusalem, and the loss of Jerusalem that followed is precisely what sparked the Third Crusade (Richard and Philip). As for 1270: the campaign collapsed not because the pope 'called it off' but because its leader, King Louis IX of France, died of disease before Tunis (25 Aug 1270). The crusader presence ended only when Acre fell in 1291.

It is one of the saddest stories in the history of the Church. It did nothing. Nothing. And indeed it did worse than nothing.

The Eight Crusades

When the Church used the sword instead of love (1095–1291)

Hildebrand believed force could establish the kingdom of Christ. "Never was a greater mistake made," says Pawson.

0

People's Crusade · 1096

Peter the Hermit leads a mob; most die in the mountains of Asia Minor.

I

First Crusade · 1095–99

Takes Jerusalem (1099) and massacres its people. The only "success."

II

Second Crusade · 1147–49

Preached by Bernard of Clairvaux; fails.

III

Third Crusade · 1189–92

Richard the Lionheart vs Saladin; Jerusalem not retaken.

IV

Fourth Crusade · 1202–04

Diverts to sack Constantinople — Christians against Christians.

Children's Crusade · 1212

A march of children; not one reaches the Holy Land.

V–VII

Later Crusades · 1217–54

Failure after failure, including the two campaigns of King Louis IX.

Hattin & the collapse · 1187 / 1291

Routed at the Horns of Hattin (1187); Acre, the last stronghold, falls in 1291.

The incentives to go

Absolution from sinIndulgences — years off purgatoryDebts cancelledPardon for criminals

By 1270 the pope called it off. "It did nothing. Nothing. And indeed it did worse than nothing." — David Pawson

The crusaders take Jerusalem on 15 July 1099, then slaughter its people, a miniature from William of Tyre’s chronicle.
The crusaders take Jerusalem on 15 July 1099, then slaughter its people, a miniature from William of Tyre’s chronicle.French manuscript miniature, 14th century. Public domain, Wikimedia Commons.

The Inquisition, Two or Three Popes, and the Corruption

From using force outside the Church, the pope now decided to use force inside the Church, opening another dreadful chapter called the Inquisition. Pawson says he dare not describe the things done in the name of Christ. The bishops refused to run this machine of cruelty, malice, and suspicion; but the Dominicans took it up. And for many years, countless people lived in fear of their lives through that dreadful thing.

All the way through, what was wrong was this: the Church thought of itself as an earthly empire allowed to use force to establish the cause of Christ. We now know this is not the way. The Church must use no force but love, and must never force anyone, except through love and through preaching the gospel, to accept Christ.

And this kind of corruption soon turns in on itself. Power tends to corrupt, said Lord Acton, and absolute power tends to corrupt absolutely. Soon there were two popes fighting for the throne, then three. There was a pope at Avignon, a pope at Rome. Who was pope now? They managed to pull the papacy back together, but then the corruption spread further down: the monasteries became corrupt and too wealthy, the bishops too powerful, the parishes corrupt.

Kit's note

For accuracy (and Pawson quotes it rightly here): Lord Acton's line is 'Power tends to corrupt, and absolute power corrupts absolutely' — without the 'All' the popular version often adds. He wrote it in a letter of 5 April 1887 to Bishop Mandell Creighton, and the very next sentence is 'Great men are almost always bad men...'. Tellingly, Acton wrote it while arguing that even popes must be judged by the same moral standard — exactly the context Pawson is in.

And the practices of ordinary Christian religion became corrupt. There were prayers to Mary, though we were never told to pray to Mary; she is a human being like the rest of us. There were prayers for the dead, prayers to the saints. There was the doctrine that caused the greatest fear: purgatory, how many years of suffering after you die. There was the doctrine of the mass as a sacrifice. There was confession to a priest. There were indulgences, so that for a sum of money you could buy so many years off purgatory. There were pilgrimages. There was the worship of relics. There were images in worship. Not a scrap of this is in the New Testament.

The Medieval Accretions

"Not a scrap of this is in the New Testament"

One practice at a time, added across the centuries. The right column gives the (approximate) date each became official or was formally defined.

PracticeMade official
Infant baptismc.200–400
Prayers for the deadc.200+
Priesthood; the Supper as sacrificec.200–400
Prayers to the saintsc.300+
Veneration of & prayer to Maryc.400+
Images in worship787 (Nicaea II)
Private confession to a priestc.600+ / 1215
Transubstantiation1215 (Lateran IV)
Purgatory1274 / 1439
Indulgences1095+ / 1343
Pilgrimages & relicsc.300+

Dates are approximate: many began as customs and were only later defined at councils (e.g. Lateran IV 1215, Florence 1439). This is Pawson's Protestant reading of them; see the "other voices" box for Catholic & Orthodox perspectives.


The Basic Fault: The Church Thought She Was Christ

So what was the basic fault behind all this? If you forget most of what I have said tonight, this is important. I will tell you what was wrong in one sentence:

The Church had begun to think she was Christ. And she still does.

Pawson recounts asking a leading priest: is this still true? He answered: yes, and it will not change. Pawson said: my one problem is that I do not believe the Church is Christ, and I do not believe she is prophet, priest, and king. I believe Jesus is. The Church is not our prophet, or our priest, or our king. And the priest answered frankly: we will not discuss that, because it will never change.

That is the basic fault. If I believe I am the prophet to the world, I can tell the world what to believe, and declare infallibly what is true. If I am the world's priest, I can say: you must come to my sacraments, you must confess to me if you are ever to be saved. And if I think I am the king of the world, I will establish my authority as widely as I can.

It is a confusion between the head and the body of the Church. The head is divine; the body is human. It is Christ who is the head, and he who is prophet, priest, and king. The Church is not. That is the fundamental difference between Protestantism and Catholicism, and it is as big today as it ever was. Christ said: I will build my church. He did not say: you build it. And Christ is the head of the church; no one else is the head, and no one else may be.

The Basic Fault

The Church began to think she was Christ

If you forget everything else in this essay, Pawson says, remember this. Every distortion flows from one confusion: between the head and the body.

The Head — divine

Christ

He alone is Prophet, Priest, and King

The Body — human

The Church

A body that obeys the head, never replaces it

Prophet

the one who declares truth to the world

Priest

the one who joins people to God

King

the one who rules and establishes authority

When the body thinks it is the head

"If I am the world's prophet, I can tell the world what to believe. If I am its priest, you must come to my sacraments. If I am its king, I will establish my authority as widely as I can." That is the root of it all.

"The government shall be upon his shoulder." () Christ is the head, and no one else may be.


The Voices of Protest in the Middle Ages

But Pawson is glad to say that all through the Middle Ages, from 1000 to 1500, there were always people who said: this is not true, this is not Christianity, this is not what Jesus meant. Little groups appeared again, bearing all sorts of names from the places they lived.

There were the Beghards of the Netherlands, just people who met around the book and said: Christ is the head of our church. There were the Waldenses, named after the Waldensian valley; they believed this book told them what Jesus meant the Church to be. To their credit, they went to the pope and asked: this is what we see, could we be recognized as a valid part of the Church if we practise this book? Could they have done more? They wanted to stay in the Roman church but follow the book. The pope said: no, if you do what you intend, we will persecute you. And they were persecuted, fleeing from one valley to another.

Kit's note

Let me check the name's origin. The Waldenses are actually named after Peter Waldo (Valdes), a wealthy merchant of Lyon in southern France, who gave away his goods around 1173 and formed the 'Poor of Lyon.' The Alpine valleys Pawson mentions are where they fled and hid under persecution, not where the movement was born. His main point — a lay movement living by the Bible, asking to be recognized and refused by Rome — stands intact.

The next group were the Albigenses of southern France; they too read the book and saw what the Church was meant to be. Sadly, the most bloody campaign ever launched from the papacy was against these people. The pope sent two Spanish noblemen to put them to death. But they came back and told the pope: these are good Christians, not criminals, not fighting you, they only want to be in the Church and practise their understanding of Scripture. And one of them, named Dominic, said: we will bring this within the Church. And they founded the Dominicans, a copy of the Albigenses but inside the church. The tragedy is that later the Dominican order so corrupted itself that it was willing to run the Inquisition. There were also the Brethren of the Common Life in Germany. All were independent of the Roman Catholic hierarchy, based everything on the Bible in the people's language, and all were persecuted to the death. The true Church has always been persecuted.

Among those inside the church who also saw this were people who withdrew and held the faith privately. One was Bernard of Clairvaux. A very serious young man, though in his youth he had led a real gang of thieves. After two years as a prisoner of war in Italy, he came to himself and realized he was wasting his life. The son of a French baron, he gave up his riches and withdrew with twelve friends into a valley full of robbers. There he lived on cooked beech leaves and herbs, a terribly poor life; he got his friends up at two every morning for prayer, did not let them stop work until eight at night, and they built a community in the valley of Clairvaux.

Kit's note

Let me return something on Bernard's youth. The most reliable sources (Britannica, and the Vita prima by his contemporary William of St-Thierry) do not record him leading a gang of thieves or spending two years as a prisoner of war; they describe a noble youth fond of letters who, after his mother's death (c. 1112–1113), freely entered the monastery. This is likely Pawson recalling a touch too vividly. Even so, his point — a young man giving his whole life to God — holds.

Bernard became one of the most powerful Christians in Europe, without office, without money, without any material or psychological force. He was called the "pope maker." In private, he loved Jesus; Martin Luther said that of all the monks and priests of history, he held Bernard of Clairvaux in the highest esteem. But in public, he felt bound to support the papacy. Someone has wisely said he set back the Reformation by at least two centuries.

The other man, almost contemporary, was Francis, born in the little town of Assisi. Francis was brought to face life by meeting a leper in the street. He walked past the leper on the other side. But as he passed, he asked himself: what kind of man am I to turn away from a fellow man? He went back and kissed the leper. From then Francis began to be serious about life. He sought Christ, and he found him. He gathered around him a group of friends who went out two by two, in utter poverty, preaching the gospel, winning people for Christ.

Though he is remembered more for his way with animals and birds and his unique love of nature, Pawson says Francis ought to be remembered for something else: he was the first missionary to the Muslims. Risking his life, he went to the Sultan himself to preach the gospel of Jesus to the head of the Muslims. Instead of going with 600,000 soldiers to fight them, Francis went alone in poverty to preach the love of Jesus. And he was the first and last missionary to the Arab Muslims for many a century, until Raymond Lull. Francis's followers wore grey robes, so they were called Greyfriars; the Dominicans wore black, so they were called Blackfriars. Both tried to bring the simple Christian life back into the church, but both failed and became corrupt: the Franciscans became professional beggars, and the Dominicans ran the Inquisition.

Saint Francis before Sultan al-Kamil, 1219, going alone in poverty to preach the gospel, instead of with a crusader army.
Saint Francis before Sultan al-Kamil, 1219, going alone in poverty to preach the gospel, instead of with a crusader army.Attributed to Giotto and workshop, Basilica of Assisi, c. 1297–1300. Public domain, Wikimedia Commons.

The whole situation was crying out for a man to speak the truth, and to speak it so well that everyone would hear and understand. Arnold of Brescia, in 1150, began it when he said: wealth and worldly power should not be in the Church's hands. But Bernard of Clairvaux opposed him and got him silenced. Then came Marsilius, a medical doctor, who read his Bible and said: the Bible is the standard of the Church, and no other; bishops and popes are human inventions. But he was silenced. An Englishman who was a professor at the University of Paris, William of Ockham, also spoke up and was silenced.

Until it fell to the lot of a Yorkshireman to be what is called the morning star of the Reformation. The morning star is the star you can still see when the sun is coming up. And the morning star of the Reformation was a Yorkshireman who came to Oxford as a brilliant student, became a professor at Oxford, travelled widely, and was nicknamed Doctor Evangelicus. His name: John Wycliffe.

That man rediscovered the Bible, perhaps more than anyone else until Martin Luther. He protested against papal abuse. Five decrees (called bulls in those days) were issued against him. He was taken to trial at Canterbury. But he turned to the Scriptures, the only law of the Church, and said: I am going to put this Bible from Latin into English; I will cause the plowboys to know this book. And Wycliffe laboured at the translation, knowing that if you put the Bible into ordinary people's hands, you have given them the answer to all corruption in the church. He gathered around him a band of preachers who walked the villages, preaching and singing the gospel in the market square. People mocked them as singers of lullabies, calling them Lollards.

Kit's note

A small note on a famous line: 'I will cause a plowboy to know the Scriptures better than...' is actually William Tyndale's (1520s, reported by John Foxe in 1563), not Wycliffe's — Pawson has shifted it back a century and a half. Also the Wycliffe Bible was a team effort (Nicholas of Hereford and John Purvey did much of it), translated from the Latin Vulgate. But Pawson's spirit is right: the Lollards really did mean to put an English Bible into ordinary hands.

Go to Amersham. Up Station Road, turn left through the houses, out into the field. There is a monument to people burned alive by their own children, who were forced to light the bonfires and burn their parents to death. Why? Because their parents were caught in Amersham woods reading their Bibles. That was the result of Wycliffe and the Lollards. And Wycliffe himself died peacefully as the rector of Lutterworth.

Wycliffe was at Oxford, and there was another university in Europe closely linked with Oxford: the University of Prague. The rector of Prague was a poor peasant boy who had risen by sheer hard work. His name was also John: John Huss. Huss heard of Wycliffe, began to read Wycliffe's books, and began to preach the same thing in Prague. Finally John Huss was arrested, and the pope condemned him to be burned to death; the Hussites too were put to death.

When word reached England that the pope had burned John Huss, what did they do? Church authorities went to Lutterworth, dug up the body of John Wycliffe, burned it on a bonfire, and threw the ashes into the River Swift at Lutterworth. But someone said of that:

As the River Swift will bear those ashes into the Avon, and the Avon into the Severn, and the Severn into the channels round our shores, and the channels into the oceans, so will the teaching of John Wycliffe spread throughout the world.

And that was an amazing prophecy.

Kit's note

This lovely image is real, but a few details. The order to exhume and burn Wycliffe's remains was carried out in 1428 — 44 years after his death — and the ashes were cast into the River Swift at Lutterworth. The 'prophecy' Swift → Avon → Severn → the seas → the world is actually a reflection written by the historian Thomas Fuller in his Church History of Britain (1655), not something said at the time. The meaning Pawson draws is beautiful and true; only the saying's origin needs noting.

Jan Hus burned at the stake at the Council of Constance, 1415.
Jan Hus burned at the stake at the Council of Constance, 1415.Diebold Schilling, the Spiez Chronicle, 1485. Public domain, Wikimedia Commons.

The River of Witnesses

The flame of faith was never quite put out

Pawson admits he once thought that for a thousand years there was only the Roman church. Not true. There was always a continuous train of simple Christians who paid with their lives but kept the torch for the next generation.

c.156

Montanism — the Spirit rediscovered in Phrygia

c.270+

Hermits & monastic communities — protest against worldliness

c.650

Paulicians in Armenia & Asia Minor

c.950

Bogomils in Bulgaria & Bosnia

1150

Arnold of Brescia — "wealth out of the Church's hands"

1173

Waldensians — the "Poor of Lyon"

c.1200

Cathars / Albigensians in southern France

c.1210

Francis of Assisi — poverty & mission

c.1300

Beghards & the Brethren of the Common Life

1324

Marsilius — "the Bible is the standard, no other"

c.1340

William of Ockham — silenced

1384

John Wycliffe — morning star, the English Bible

1415

Jan Hus — burned at Constance

1517

Martin Luther — the dawn breaks

Spirit revival
Bible groups
Forerunners

Note: some groups (Paulicians, Bogomils, Cathars) were in fact dualist, closer to Gnosticism than to New Testament Christianity as Pawson paints them — see the amber note in that section.

In 1428 Wycliffe’s body was exhumed, his bones burned, and the ashes thrown into the River Swift, a woodcut from John Foxe.
In 1428 Wycliffe’s body was exhumed, his bones burned, and the ashes thrown into the River Swift, a woodcut from John Foxe.Woodcut, Foxe, Actes and Monuments, 1563. Public domain, Wikimedia Commons.

The Dawn: The Age of Discovery and the Reformation

We are on the brink of something exciting. You can see that such abuse of the Church of Christ could not go on forever. People were beginning to see, and the one thing enabling them to see was that they were beginning to read this book in their own language. This book, wherever it goes, will put things right.

But there was another thing that caused the Reformation, not just the abuse of the church. It was that men were entering an age of discovery. In the material realm: Columbus discovered America in 1492; Copernicus discovered that the earth goes round the sun and not the other way; Galileo put the telescope to his failing eyes and looked at the stars. It was the dawn of the age of science, when men began to question things.

In the mental realm, men were rediscovering Greek literature and art. In Raphael's paintings you see ancient culture rising again, because Constantinople had fallen to the Turks and the Greek art treasures had been swept into Rome and Italy. The new learning was spread because the printing press had just been invented. One of the great scholars of the new age was Erasmus. He began to rediscover the Greek New Testament and the Hebrew Old Testament. Erasmus said: I will make a New Testament so accurate that even the humblest will get the message. And he produced an accurate New Testament in which, instead of the word "penance," the word "repentance" appeared. Many things wrong in the Bibles they had were put right.

Kit's note

A small correction: Erasmus did not produce a Hebrew Old Testament — he printed only the Greek New Testament with a fresh Latin translation (1516), and admitted his own Hebrew was weak. The recovery of the Hebrew OT was the Complutensian Polyglot, directed by Cardinal Cisneros in Spain (printed 1514–1517). Pawson merges the two; but his larger point — that the age was returning to the original texts — is exactly right. (It was Erasmus's Greek metanoeite, 'repent / change of mind,' that underwrote Luther's first theses.)

But this is the final thing Pawson wants to say. In all that great discovery of mental things, of art, music, and sculpture, the whole great movement we call the Renaissance, men discovered one thing: that if people are intellectually better, they are not therefore morally better. It was the age when the popes filled their palaces with art treasures, the age of Cesare and Lucrezia Borgia, the most immoral papal family there has been. An age when men studied art, music, and literature, studied the heavens, and were still immoral.

The Renaissance was a purely mental and cultural thing. It did not meet the need of sin. The whole world was waiting for a man to rediscover salvation.

Waiting for a man to grapple with the moral problem of the human race, of the church and the world; a man who would go to this book and, out of his own experience of sin and salvation, rediscover the secret of Christian power to change the world. And that man was Martin Luther, a monk. This very month 450 years ago, he made his discovery public. The Renaissance was mental, but the Reformation was moral. It tackled the real problem, which is not our lack of knowledge, science, or culture, but our lack of Jesus Christ and the gospel of salvation. His story is Part 3 of this series.

Kit's note

A nice detail that dates the sermon: Luther's 95 Theses are dated 31 October 1517, so 'this very month 450 years ago' places Pawson's sermon in October 1967. One small scholarly footnote: it is still debated whether Luther physically nailed the theses to the Wittenberg door that day or simply sent them to Archbishop Albert — but the date, and the spark to the indulgences controversy, are not in doubt.

Erasmus of Rotterdam, the scholar who printed the Greek New Testament (1516), putting “repentance” where “penance” had stood, and paving the way for the Reformation.
Erasmus of Rotterdam, the scholar who printed the Greek New Testament (1516), putting “repentance” where “penance” had stood, and paving the way for the Reformation.Hans Holbein the Younger, 1523. Public domain, Wikimedia Commons.

Renaissance & Reformation

The Renaissance was mental; the Reformation was moral

Renaissance — mental

• Columbus reaches the Americas (1492)

• Copernicus & Galileo look to the heavens

• Constantinople falls (1453) → Greek treasures flood west

• The printing press is invented

• Erasmus recovers the Greek New Testament

• The art of Raphael flowers

But cleverer is not holier: this was the age of the Borgia popes.

Reformation — moral

What the world lacked was not knowledge, science, art or culture. What the world lacked was Jesus Christ and the gospel of salvation.

The whole world waited for a man to rediscover salvation, to grapple with sin. That man was Martin Luther — a monk.

"The Renaissance addressed the head; the Reformation addressed the heart." Part 3 of this series will tell Luther's story.

The Borgia pope Alexander VI kneeling in prayer, the lavish, immoral papacy at the height of the Renaissance.
The Borgia pope Alexander VI kneeling in prayer, the lavish, immoral papacy at the height of the Renaissance.Pinturicchio, the Borgia Apartments, 1492–94. Public domain, Wikimedia Commons.

More Than One Voice

How other historians and preachers read this millennium

Pawson preaches from a strongly Protestant stance. For fairness, and so you hear more than one side, here is how others tell the same story, some agreeing, some pushing back.

Historians & surveys

Justo L. González · The Story of Christianity, Vol. 1 (1984)

Reads the millennium as a paradox: the "Constantinian shift" widened the "narrow gate" into an avenue and the crowds poured in, with monasticism rising as a protest. Yet he refuses to write the era off as apostasy.

“When the church joins the powers of the world… how is one to resist the enormous temptations of the times?”

Vs. Pawson: Agrees with Pawson's "the world captured the Church," but tempers it: there was real devotion, and the monks preserved learning.

Bruce L. Shelley · Church History in Plain Language (1982)

A popular evangelical survey: the Constantinian shift brought real power but "at a price to pay"; monastics, dissenters and reformers were the church's conscience, calling it back to a purer apostolic life.

“Those who live most devoutly for the world to come are often in the best position to change the present.”

Vs. Pawson: Largely agrees with Pawson, but is fairer and gentler, treating renewal as reform from within rather than only protest.

Diarmaid MacCulloch · A History of Christianity (2009)

Warns against reading the Middle Ages as mere "decline": it was a rich, complex world, and its "heretics" were highly diverse, mostly alien to later Protestantism rather than proto-Protestants.

“…a more interestingly complex narrative in which religion and doubt, blasphemy and devotion remained in dialogue.”

Vs. Pawson: Tempers Pawson: stresses the richness and achievements of medieval Christianity, and that its dissenters shouldn't be claimed as ancestors of the Reformation.

Kenneth Scott Latourette · A History of Christianity (1953)

Reads the millennium as a rhythm of "advance and recession": despite corruption and eclipse, the faith pressed on among Europe's "barbarian" peoples and was never extinguished. He titled the era "The Thousand Years of Uncertainty."

“Throughout its history Christianity has gone forward by major pulsations. Each advance has carried it further than the one before.”

Vs. Pawson: Tempers Pawson's verdict with a historian's long view: even amid corruption the faith took root and expanded.

Robert Louis Wilken · The First Thousand Years (2012)

Shows Christianity was never merely Roman or Western: communities in Persia, Armenia, Ethiopia, Central Asia, India and China actively shaped its course.

“The Armenians, Greeks, and Ethiopians had much in common: they were governed by bishops; they fostered monastic life; they confessed the Creed of Nicaea.”

Vs. Pawson: Broadens Pawson's frame to a global Christianity that a Western-only narrative tends to miss.

Tom Holland · Dominion (2019)

A historian from outside the faith argues that the medieval reforms themselves — above all Gregory VII's eleventh-century "revolution" — forged the West's moral conscience: the split of "secular" from "sacred," and the seedbed of human rights.

“[The reformers] did render [the distinction between the sacred and the profane] something fundamental to the future of the West, 'for the first time and permanently.'”

Vs. Pawson: Pushes back on Pawson: the medieval church — even papal power — planted the West's moral seedbed, remaking the world rather than only being captured by it.

Evangelical preachers

John Piper · The Legacy of Sovereign Joy (2000)

Reads Augustine (early 5th c.) as a gift of grace: what frees a person from sin is not willpower but "sovereign joy" in God, mastering sinful pleasures at the root.

“Irresistible grace… will set us free by the sovereign power of superior delights.”

Vs. Pawson: Complements Pawson: mines Augustine at the start of the period as a living headwater of grace, rather than only institutional decline.

Michael Reeves · The Unquenchable Flame (2009)

Reads the millennium as the "backdrop" the Reformation had to answer: the late-medieval church taught grace as power to make yourself holy enough — leaving believers no assurance. Yet the gospel flame was never fully quenched (Wycliffe, Hus).

“Medieval grace worked 'like a spiritual can of Red Bull,' leaving people 'with no assurance'; what was recovered was righteousness as 'a gift to sinners.'”

Vs. Pawson: Agrees with Pawson that the gospel's center was lost, but is gentler: stresses "recovery" and continuity, framing the Reformation as a return to God's Word.

W. Robert Godfrey · A Survey of Church History (Ligonier)

A Reformed reading: Augustine's gospel of grace is the bright thread, but across the Middle Ages it is progressively "clouded" by superstition and the papacy. Yet the church never wholly died — a faithful remnant kept the gospel alive.

“What we see in the Middle Ages is indeed a time of growing superstition, of growing confusion, of a clouding of the gospel.”

Vs. Pawson: Largely agrees with Pawson, but tempers "the world captured the church": insists there was always "one bright star" keeping the truth across the millennium.

Catholic & Orthodox voices

Eamon Duffy · Saints & Sinners: A History of the Popes (1997)

Reads the millennium as more human and messier than praise or polemic allows: corruption and simony were real, but he refuses to reduce church history to an indictment; it was the office, not the holder's virtue, that endured.

“For all its sins… the papacy does seem to me to have been on balance a force for human freedom, and largeness of spirit.”

Vs. Pawson: Tempers Pawson's Protestant stance: concedes the corruption but resists single-cause polemic, seeing the papacy as a tangled human institution.

Kallistos Ware · The Orthodox Church (1963)

For Ware, the 1054 schism was no single-day event but "a long and complicated process"; it was the Crusades, above all the 1204 sack of Constantinople, that made the breach definitive. From the East, the real "innovation" was Rome turning a primacy of honour into a supremacy of jurisdiction.

“Rome's mistake — so Orthodox believe — has been to turn this primacy or 'presidency of love' into a supremacy of external power and jurisdiction.”

Vs. Pawson: Views the same problem from the Orthodox side rather than the Protestant one, stressing the schism came gradually, not at one dramatic moment.

Henri Daniel-Rops · Cathedral and Crusade (1957)

A Catholic historian reads the millennium not as "the world capturing the Church" but as the Church Christianizing and civilizing Europe — preserving letters and learning amid chaos. Without whitewashing the decay (he calls the 14th century a "debacle"), he insists the Church kept producing saints and reformers from within.

“From the lowest to the highest, society believed — the Church being "the most effective means of ensuring the salvation of civilization."”

Vs. Pawson: Both tempers and pushes back on Pawson: concedes the corruption, yet argues that even amid decay the Church rescued civilization and reformed itself from within.

Drawn from standard church-history surveys and the messages and books of contemporary teachers. The aim is not to rebut Pawson, but to hear him within a chorus.


A Closing Prayer

Pawson ends not with a summary, but with a prayer, after so many years and centuries have rolled by before his hearers' eyes:

"Father, may we be the sort of church you want us to be. May we learn from the mistakes of the past, the lessons of history. We thank you that through all those ages you were never without witness, never without those who knew the truth, who often paid for it with their lives, but kept alight that flaming torch of faith which we inherit to pass on to succeeding generations. Where the church is corrupt, cleanse it. Where it is in error, lead her to the truth. Where she is divided, unite her. And above all, may Jesus Christ be seen to be the head of the church, and the only head of the church."

A thousand years of the sea seeping into the boat. But the flame was never quite put out. And at the end of that long tunnel, the dawn is breaking. Part 3 will tell the story of the monk who saw what had gone wrong, and who, with one book, set it all right again.

All green
the torch passed hand to hand through a thousand years of darkness, still not gone out

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